Zwei Personen im Gespräch in einer hellen, aufgeräumten Werkstatt
Wissen

Häufige Fragen für Unternehmen

Antworten auf oft gestellte Fragen rund um betriebliche Versicherungen.

Fragen und Antworten

Womit fangen wir an?
Mit einer Risiko-Analyse Ihres Betriebs. So sehen wir, wo echte Lücken sind.
Welche Versicherungen sind Pflicht?
Das hängt von Branche und Rechtsform ab. Wir prüfen das für Ihren Betrieb.
Wie lange dauert die Einrichtung?
Nach Klärung der Eckdaten geht es oft zügig. Wir stimmen den Ablauf mit Ihnen ab.
Betreut uns immer dieselbe Person?
Sie erreichen ein Team, in dem jede und jeder Ihre Verträge einsehen kann. Wer gerade da ist, kann Ihnen helfen; niemand muss auf eine bestimmte Person warten.
Können wir Verträge bündeln?
Oft ja, das schafft Überblick und kann Kosten sparen.

Fragen zu einzelnen Versicherungen

Diese Antworten stammen von den Produktseiten dieser Kundengruppe, nach Vertrag sortiert. Insgesamt sind es 201 Fragen. Die Überschrift jedes Vertrags führt zur passenden Seite mit allen Einzelheiten.

Haftung und Recht

Betriebshaftpflicht

Und wenn kein Sach- oder Personenschaden entstanden ist, sondern nur ein finanzieller?
Dann greift die Betriebshaftpflicht in der Regel nicht. § 823 BGB zählt Leben, Körper, Gesundheit, Freiheit und Eigentum auf, aber nicht das Vermögen für sich genommen. Für reine Vermögensschäden gibt es eigene Verträge: die Vermögensschadenhaftpflicht für Fehler in der beruflichen Tätigkeit und die Vertrauensschadenversicherung für vorsätzliche Handlungen eigener Leute.
Haftet der Betrieb auch für das, was Beschäftigte anrichten?
Ja, das kann sein. Nach § 831 BGB kann der Betrieb selbst herangezogen werden, wenn jemand bei der übertragenen Arbeit einen Dritten schädigt. Er kommt davon frei, wenn er bei Auswahl, Ausstattung und Anleitung die erforderliche Sorgfalt beachtet hat oder wenn der Schaden auch dann passiert wäre. Gemeint sind Schäden bei Dritten, nicht Schäden am eigenen Betriebseigentum.
Was unterscheidet sie von der Privathaftpflicht?
Die Betriebshaftpflicht deckt Schäden aus der betrieblichen Tätigkeit, die private Haftpflicht den privaten Bereich.
Ist Produkthaftung enthalten?
Je nach Tarif. Für Hersteller und Händler bauen wir die Produkthaftpflicht gezielt ein.
Wie hoch sollte die Deckungssumme sein?
Das richtet sich nach Branche und Risiko Ihres Betriebs. Am Markt sind pauschale Summen von drei, fünf oder zehn Millionen Euro üblich (Tarifstruktur großer Anbieter, Stand 2026). Wo eine gesetzliche Pflicht besteht, gelten Mindestsummen, etwa eine Million Euro für Personenschäden im Bewachungsgewerbe; solche Pflichtsummen sind das Minimum, nicht die Empfehlung. Gerade Personenschäden mit Behandlungskosten und Rentenzahlungen erreichen schnell Millionenhöhe. Die passende Höhe stimmen wir im Gespräch auf Ihre Branche ab.
Wie oft kommt so etwas vor?
Oft genug, dass es eine ganze Sparte trägt: Allein im Jahr 2024 wendeten die deutschen Haftpflichtversicherer rund 5,64 Milliarden Euro für Versicherungsfälle auf, bei 8,93 Milliarden Euro Beitragseinnahmen (nach Zahlen des GDV, Stand 2024). Geschädigte verklagen dabei oft beides, das Unternehmen und die handelnden Mitarbeiter persönlich.
Zählt der Zeitpunkt des Schadens oder der Meldung?
Für die Frage, welcher Vertrag zuständig ist, zählt in der Regel der Zeitpunkt, an dem der Schaden entstanden ist, und nicht der, an dem er auffällt. Sobald Sie davon erfahren, melden Sie ihn bitte unverzüglich: Wer wartet, riskiert den Schutz. Die genaue Regelung steht in Ihren Vertragsbedingungen.
Wovon hängt der Beitrag ab?
Unter anderem von Branche, Betriebsgröße, Umsatz, gewählter Deckungssumme, Zusatzbausteinen, Zahlweise und einer möglichen Selbstbeteiligung. Eine pauschale Angabe wäre unseriös. Steuerlich gilt: Die Beiträge zählen zu den Betriebsausgaben und mindern den Gewinn (Stand 2026).
Ist eine Betriebshaftpflicht gesetzlich vorgeschrieben?
Eine allgemeine Pflicht für alle Gewerbe gibt es nicht. Für einzelne Branchen aber schon: Das Bewachungsgewerbe muss die Versicherung für seine Erlaubnis nachweisen (§ 34a GewO), mit gesetzlichen Mindestsummen. Schausteller brauchen sie nach der Schaustellerhaftpflichtverordnung für Fahrgeschäfte, Schießgeschäfte und weitere Tätigkeiten, bei Fahrgeschäften mit mindestens einer Million Euro für Personen- und 150.000 Euro für Sachschäden je Ereignis. Auch für Jägerinnen und Jäger sowie etliche Kammerberufe ist die Haftpflicht Zulassungsvoraussetzung. Ob Ihre Branche dazugehört, klären wir mit Ihnen.
Kann ein einzelner Fehler wirklich die Existenz kosten?
Ja. In einem vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall setzte ein Dachdecker bei Heißklebearbeiten ein Wohnhaus in Brand. Das Landgericht verurteilte ihn zu knapp 98.000 Euro Ersatz, und der Betrieb endete in der Verbraucherinsolvenz, während die Haftungsfragen die Gerichte noch Jahre beschäftigten (BGH, Urteil vom 09.02.2018, V ZR 311/16). Für Gewerke mit Brand- und Personenrisiken ist eine ausreichend bemessene Betriebshaftpflicht deshalb der Kern der Absicherung.
Zahlt die Versicherung bei Schlüsselverlust?
Nur wenn dieser Baustein eingeschlossen ist; viele Tarife führen den Verlust fremder Schlüssel als eigenen Einschluss. Rechtlich entsteht der Schaden übrigens erst, wenn die Schließanlage wegen einer konkreten Missbrauchsgefahr tatsächlich ausgetauscht wird, ein Kostenvoranschlag allein genügt nicht (BGH, Urteil vom 05.03.2014, VIII ZR 205/13). Für Betriebe mit Schlüsselgewalt, etwa Reinigungsdienste, gehört der Punkt in den Vertrag.

Berufs- und Vermögensschadenhaftpflicht

Was ist ein reiner Vermögensschaden?
Ein finanzieller Schaden, dem kein Personen- oder Sachschaden vorausgeht, zum Beispiel durch eine fehlerhafte Beratung, eine versäumte Frist oder eine falsche Berechnung. Für Personen- und Sachschäden ist die Betriebshaftpflicht zuständig, für reine Vermögensschäden diese Versicherung. Geld, Wertpapiere und Kryptowerte gelten dabei übrigens als Sachen.
Ist sie für meinen Beruf vorgeschrieben?
Für einige Berufe ja: Rechtsanwälte, Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Wohnimmobilienverwaltung und die Versicherungsvermittlung brauchen sie als Zulassungsvoraussetzung, jeweils mit gesetzlich festgelegten Mindestsummen. Auch außerhalb der klassischen Beraterberufe taucht sie auf, etwa im Bewachungsgewerbe mit 12.500 Euro für reine Vermögensschäden. Wir prüfen die Anforderungen für Ihre Tätigkeit. Das betrifft auch uns selbst: Als Versicherungsmakler gehören wir zu den Berufen, für die sie Zulassungsvoraussetzung ist.
Welcher Zeitpunkt zählt für den Schutz?
In den Musterbedingungen gilt das Verstoßprinzip: Versichert ist der Fehler, der während der Vertragslaufzeit begangen wurde, auch wenn die Forderung erst Jahre später kommt; bei einem Unterlassen zählt im Zweifel der Tag, an dem die versäumte Handlung spätestens hätte erfolgen müssen. Das ist der Systemunterschied zur D&O-Versicherung, wo es auf die Anspruchserhebung ankommt. Welcher Grundsatz in Ihrem Vertrag gilt, sehen wir vor Abschluss gemeinsam nach.
Was bedeutet Nachmeldefrist?
Sie bestimmt, wie lange nach Vertragsende ein Verstoß aus der Vertragszeit noch gemeldet werden darf. In den Musterbedingungen steht dort eine Lücke, die jeder Vertrag selbst füllt. Weil Beraterfehler oft spät auffliegen, entscheidet gerade diese Zahl über den Schutz beim Versichererwechsel oder bei der Betriebsaufgabe.
Gilt der Schutz für das ganze Team?
Ja, in der Regel für die gesetzlichen Vertreter und alle Betriebsangehörigen, einschließlich eingegliederter Fremdkräfte und Praktikanten. Ansprüche der Versicherten untereinander sind allerdings ausgeschlossen.
Zahlt sie, wenn ein Mitarbeiter bewusst gegen eine Weisung verstößt?
Für den Betrieb in der Regel ja. Der Ausschluss der wissentlichen Pflichtverletzung greift gegen den Versicherungsnehmer nur, wenn der Grund in seiner Person oder bei einem Repräsentanten liegt, also bei Inhaber, Geschäftsführung, Vorstand oder Partner. Der bewusste Fehler einer einzelnen Kraft kostet dem Betrieb den Schutz also nicht.
Was unterscheidet sie von der Betriebshaftpflicht?
Die Betriebshaftpflicht deckt Personen- und Sachschäden samt deren finanziellen Folgen. Die Vermögensschadenhaftpflicht deckt Schäden, die von Anfang an nur das Vermögen treffen. Viele Betriebe brauchen beides, wir stimmen die Verträge aufeinander ab.
Und was unterscheidet sie von D&O und Vertrauensschaden?
Drei Fragen trennen die drei Verträge: Wer hat gehandelt, wie, und wessen Vermögen ist betroffen? Fehler des Unternehmens bei der beruflichen Arbeit gegenüber einem Kunden gehören hierher. Fehler eines Organs gegenüber der eigenen Gesellschaft gehören in die D&O; sie sind hier ausdrücklich ausgeschlossen. Und vorsätzliche Taten, insbesondere Veruntreuung, sind hier ebenfalls ausgeschlossen und gehören in die Vertrauensschadenversicherung.
Zehren die Anwaltskosten an der Versicherungssumme?
Im Inland nicht. Die Musterbedingungen rechnen die Kosten des Versicherers nicht auf die Versicherungssumme an; nur bei Ansprüchen im Ausland oder vor ausländischen Gerichten ist das anders. Das ist ein spürbarer Unterschied zur D&O-Versicherung, wo die Abwehrkosten die Summe verbrauchen.

Produkt- und Umweltschaden

Reicht die normale Betriebshaftpflicht?
Für Produkt- und Umweltrisiken nicht. Die Musterbedingungen der Haftpflicht schließen sowohl die öffentlich-rechtlichen Sanierungspflichten als auch Schäden durch Umwelteinwirkung aus; erhalten bleibt nur das Produktrisiko für bereits ausgelieferte Erzeugnisse, und selbst das nicht für die einschlägigen Anlagen. Wer Tank-, Lager- oder genehmigungsbedürftige Anlagen betreibt, braucht die Umweltbausteine zwingend zusätzlich, denn für Anlagen aus dem Katalog des Umwelthaftungsgesetzes haftet der Inhaber ebenfalls ohne Verschulden.
Sind Rückrufe versichert?
Nicht in der Produkthaftpflicht. Deren Musterbedingungen nehmen Ansprüche im Zusammenhang mit einem Rückruf ausdrücklich aus. Rückrufdeckung gibt es nur als eigenes Bedingungswerk, für Hersteller und Handel einerseits und für Kfz-Teile-Zulieferer andererseits. Sie greift außerdem nur zur Vermeidung von Personenschäden, nur für schon ausgelieferte Ware und nur binnen drei Jahren nach Auslieferung; Nachlieferung, Produktionsausfall und entgangener Gewinn bleiben draußen.
Hafte ich auch ohne eigenes Verschulden?
Für Schäden durch ein fehlerhaftes Produkt grundsätzlich ja, das sieht das Produkthaftungsgesetz so vor. Der Bundesgerichtshof hat das schon 1995 an einer explodierten Mineralwasserflasche durchdekliniert: Auch der unvermeidbare Ausreißer begründet die Haftung. Zwei Grenzen zieht das Gesetz: Bei Sachschäden trägt die geschädigte Person die ersten 500 Euro selbst, und der Anspruch erlischt zehn Jahre nach dem Inverkehrbringen. Sorgfältige Arbeit allein hilft gegen dieses Risiko also nicht, wohl aber eine passende Deckung.
Was ist der Unterschied zwischen Umwelthaftpflicht und Umweltschadenversicherung?
Die Umwelthaftpflicht übernimmt Ansprüche geschädigter Dritter, etwa des Nachbarn, dessen Grundstück betroffen ist. Die Umweltschadenversicherung übernimmt die Pflicht gegenüber den Behörden, Böden, Gewässer oder geschützte Arten zu sanieren, auch wenn kein Dritter geschädigt ist. Für viele Betriebe gehört beides zusammen. Achten Sie dabei auf zwei Grenzen der Grunddeckung: das eigene Grundstück und das Grundwasser sind ausgenommen und brauchen eigene Bausteine.
Wie groß kann ein Umweltschaden werden?
Sehr groß, und vor allem sehr langlebig. Im bekanntesten deutschen Fall wurden zwischen 2006 und 2008 rund 106.000 Tonnen belasteter Kompost auf Ackerflächen ausgebracht; betroffen sind heute 1.105 Hektar Boden und rund 490 Millionen Kubikmeter Grundwasser. Die geschädigten Stadtwerke summierten ihre Abwehrkosten bis Mitte 2024 auf 15,3 Millionen Euro; ihre Klage von 2019 führte erst am 13.04.2026 zu einem Urteil dem Grunde nach.
Wer gilt eigentlich als Hersteller?
Mehr Betriebe, als die meisten denken. Neben dem tatsächlichen Hersteller auch, wer seinen Namen oder seine Marke auf das Produkt setzt, wer es in den europäischen Wirtschaftsraum einführt, und im Zweifel jeder Lieferant, der seinen eigenen Vorlieferanten nicht binnen eines Monats benennen kann. Gerade für Handelsbetriebe mit Eigenmarken ist das der entscheidende Satz.

Firmen-Rechtsschutz

Sind Arbeitsgerichtsverfahren abgedeckt?
Arbeitsrechtsschutz ist ein typischer Baustein, und gerade dort besonders wichtig: Im ersten Rechtszug trägt auch die gewinnende Seite ihre Anwaltskosten selbst (§ 12a Abs. 1 ArbGG). Wer eine Kündigung ausspricht und den Prozess gewinnt, bleibt also trotzdem auf seinen Anwaltskosten sitzen. Wir stimmen den Umfang auf Ihren Betrieb ab.
Was kostet uns ein Kündigungsschutzprozess?
Das hängt am Streitwert, und der ist hier gedeckelt: Maßgeblich ist höchstens das Arbeitsentgelt eines Vierteljahres, eine Abfindung wird nicht hinzugerechnet (§ 42 Abs. 2 GKG). Zwei belegte Größenordnungen: Bei 3.000 Euro Bruttomonatsgehalt, also 9.000 Euro Streitwert, liegen die eigenen Anwaltskosten bis zum Vergleich bei rund 2.150 Euro (Stand 2024/2025); bei 21.048 Euro Streitwert rechnet der GDV mit rund 4.126 Euro Prozesskosten (Stand 2025). Erstattet bekommen Sie davon in der ersten Instanz nichts, auch wenn Sie gewinnen.
Können wir unseren Anwalt frei wählen?
Ja. Für Gerichts- und Verwaltungsverfahren garantiert § 127 Abs. 1 VVG die freie Anwaltswahl, aus dem Kreis der Anwälte, deren Vergütung der Versicherer nach dem Vertrag trägt. Ein Vorschlag des Versicherers bleibt ein Vorschlag.
Was passiert, wenn der Versicherer die Deckung ablehnt?
Stützt er die Ablehnung auf fehlende Erfolgsaussicht oder Mutwilligkeit, muss der Vertrag ein Gutachterverfahren oder ein gleichwertiges Verfahren vorsehen; fehlt der Hinweis darauf, gilt Ihr Rechtsschutzbedürfnis als anerkannt (§ 128 VVG). In der Praxis läuft das über den Stichentscheid Ihres eigenen Anwalts, und der bindet den Versicherer grundsätzlich: Auch eine Auffassung, die nicht der herrschenden Meinung folgt, beseitigt die Bindung nicht (OLG Köln, Urteil vom 20.12.2011, 9 U 122/11), und in einem anderen Fall genügte ein anwaltliches Schreiben, ohne das Wort Stichentscheid zu verwenden (OLG Naumburg, Urteil vom 07.07.2016, 41 U 7/16). Zur Einordnung: Solche Ablehnungen betrafen 2025 weniger als 0,3 Prozent der Deckungsanfragen.
Gibt es Wartezeiten?
Ja, und sie gelten je Baustein verschieden. Bei einem großen Anbieter greifen Wirtschaftsmediation, telefonische Rechtsberatung sowie Ordnungswidrigkeiten- und Schadenersatz-Rechtsschutz sofort; der Arbeits-Rechtsschutz je nach Tarif nach drei oder sechs Monaten, der Bauherren-Rechtsschutz nach sechs (Stand 2026). Für bereits eingetretene oder absehbare Streitfälle besteht ohnehin kein Schutz. Die Fristen Ihres Vertrags sehen wir vorab nach.
Ist ein Streit versichert, der schon vor Vertragsbeginn angelegt war?
Der Rechtsschutzfall entsteht mit dem Pflichtverstoß, den Sie der Gegenseite vorwerfen, und nicht früher. Der Bundesgerichtshof hat das zweimal klargestellt: Maßgeblich sind allein die Tatsachen, mit denen Sie Ihr Begehren begründen (Urteile vom 25.02.2015, IV ZR 214/14, und vom 03.07.2019, IV ZR 195/18). Echte vorvertragliche Verstöße bleiben ausgeschlossen.
Zahlt der Straf-Rechtsschutz auch bei einem Vorsatzvorwurf?
Im Standard nicht: Gedeckt sind regelmäßig Ordnungswidrigkeiten und Fahrlässigkeitsvorwürfe, und bei einer Verurteilung wegen Vorsatz entfällt der Schutz rückwirkend. Es gibt erweiterte Bausteine, die auch beim Vorsatzvorwurf leisten, solange es nicht zur Verurteilung kommt.
Was kostet ein Verfahren allgemein?
Das hängt am Streitwert, und die Anwaltsgebühren stehen dafür in einer gesetzlichen Tabelle: Eine 1,0-Gebühr beträgt 354,50 Euro bis 5.000 Euro Gegenstandswert und steigt über 652,00 und 927,00 Euro auf 1.357,00 Euro bis 50.000 Euro (Anlage 2 zu § 13 RVG). Je Verfahren fallen davon mehrere an, dazu Gerichtskosten und gegebenenfalls die der Gegenseite.
Wie oft werden solche Verträge gebraucht?
Regelmäßig: Für 2025 zählten die Rechtsschutzversicherer rund 5,1 Millionen Leistungsfälle und wendeten dafür etwa 4,1 Milliarden Euro auf, überwiegend für Anwaltskosten (nach Zahlen des GDV, Stand 2025). Zugleich wird Streiten teurer: Die Prozesskosten einer Kündigungsschutzklage legten zwischen 2020 und 2025 um rund ein Viertel zu. Was der Vertrag davon trägt, ergibt sich aus dem, was vereinbart ist; das Gesetz verpflichtet den Versicherer zu den erforderlichen Leistungen im vereinbarten Umfang (§ 125 VVG), nicht zu allem Denkbaren.

Cyber-Versicherung

Hilft der Schutz auch, bevor etwas passiert?
Je nach Tarif ja. Verbreitet sind Schulungen für das Team, simulierte Phishing-Mails, mit denen sich gefahrlos üben lässt, und eine Prüfung der eigenen Systeme auf bekannte Schwachstellen. Was Ihr Tarif davon mitbringt, sehen wir vor Abschluss gemeinsam nach; das unterscheidet sich stark.
Brauche ich das als kleiner Betrieb?
Gerade kleinere Betriebe sind oft schlechter geschützt und ein bevorzugtes Ziel: 80 Prozent der beim BKA angezeigten Ransomware-Angriffe trafen zuletzt kleine und mittlere Unternehmen (BSI-Lagebericht 2025). Im Bestand eines großen Cyber-Versicherers meldete zuletzt knapp jede elfte Firma unter 50 Millionen Euro Umsatz binnen eines Jahres einen Vorfall (Stoik, Stand 2025). Der Schutz ist daher gerade für kleinere Betriebe sehr sinnvoll.
Wie groß ist das Risiko insgesamt?
Die Lage verschärft sich: 87 Prozent der deutschen Unternehmen waren zuletzt von Datendiebstahl, Spionage oder Sabotage betroffen, der Schaden allein durch Cyberangriffe summiert sich auf gut 200 Milliarden Euro im Jahr (Bitkom-Studie Wirtschaftsschutz, Stand 2025). Der durchschnittliche versicherte Cyberschaden lag bei gut 45.000 Euro je Fall (nach Zahlen des GDV, Stand 2023). Der Markt selbst hat sich zuletzt beruhigt: 2024 nahmen die Cyberversicherer rund 330 Millionen Euro an Beiträgen ein und zahlten 150 Millionen Euro für Schäden aus, erstmals weniger als im Vorjahr (nach Zahlen des GDV, Stand 2024).
Wie lange dauert es, bis der Betrieb wieder läuft?
Bei einem Verschlüsselungsangriff meldete ein großer Cyber-Versicherer zuletzt im Schnitt 18 Tage bis zur Wiederherstellung, bei einem Bearbeitungsaufwand von 48 Personentagen je Fall (Stoik, Stand 2025). Es kann deutlich länger dauern: Ein Fahrradhersteller stand nach einem Angriff drei bis vier Wochen komplett still und meldete danach Insolvenz an (Presseberichte, Stand 2023), ein kommunaler IT-Dienstleister brauchte elf Monate, bis nahezu alle Anwendungen wieder voll liefen (Fachpresse, Stand 2024).
Lohnt sich schnelles, offenes Melden überhaupt?
Ja, messbar. Beim ersten DSGVO-Bußgeld Deutschlands blieb die Strafe nach einem Hackerangriff mit rund 330.000 betroffenen Nutzerkonten bei 20.000 Euro, ausdrücklich wegen der schnellen Meldung, der transparenten Aufarbeitung und der zügigen Sicherheitsmaßnahmen des Unternehmens (Datenschutzbehörde Baden-Württemberg, Bescheid 2018). Genau diese Begleitung, von der Forensik bis zur Kommunikation mit der Behörde, ist Teil der Assistance-Leistungen.
Betrifft mich die neue NIS-2-Regulierung?
Seit dem 06.12.2025 gilt die deutsche NIS-2-Umsetzung. Rund 29.500 Unternehmen in 18 Sektoren, in der Regel ab 50 Beschäftigten oder 10 Millionen Euro Umsatz, müssen sich beim BSI registrieren, erhebliche Sicherheitsvorfälle in Stufen von 24 Stunden, 72 Stunden und 30 Tagen melden und feste Risikomaßnahmen umsetzen, von der Anmeldung mit zwei Faktoren bis zum Notfallplan. Wichtig: Die Registrierungsfrist ist abgelaufen. Das Gesetz gibt dafür drei Monate (§ 33 Abs. 1 BSIG), für bereits bestehende Einrichtungen lief sie am 06.03.2026 ab; die Kulanzfrist, die das BSI im Vollzug eingeräumt hatte, endete am 31.07.2026. Wer bis heute nicht registriert ist, ist im Verzug, und das Versäumnis bleibt eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeld belegt werden kann. Nachholen geht weiterhin und ist geboten. Ob Ihr Betrieb dazugehört, zeigt die Betroffenheitsprüfung des BSI; was das Ergebnis für Ihren Cyberschutz bedeutet, sehen wir mit Ihnen durch (Stand August 2026).
Was muss ich technisch vorweisen?
Viele Tarife setzen Grundmaßnahmen wie Backups und Updates voraus. Wir klären die Anforderungen.
Sind Lösegeldforderungen abgedeckt?
Das ist je nach Tarif unterschiedlich, wir prüfen die Bedingungen genau. Zur Einordnung: Nur 15 Prozent der von Ransomware betroffenen Unternehmen zahlten zuletzt überhaupt Lösegeld (Bitkom, Stand 2025); mit guten Sicherungen und schneller Forensik lässt sich die Erpressung oft ins Leere laufen lassen.

Vertrauensschadenversicherung

Sind nur eigene Mitarbeitende versichert?
Kern der Versicherung sind vorsätzliche Handlungen eigener Vertrauenspersonen. Je nach Tarif sind auch Schäden durch externe Dritte gedeckt, etwa Betrug oder Täuschung. Wir prüfen den passenden Umfang.
Ist der Fake-President-Betrug gedeckt?
Viele Verträge decken solche Täuschungsformen ab, oft als eigenen Baustein oder mit eigener Summengrenze. Verallgemeinern lässt sich das nicht, denn für diese Sparte gibt es keine Musterbedingungen des Verbandes; jeder Vertrag ist ein Unikat. Wir sehen uns Ihren Vertrag daraufhin an.
Wie grenzt sie sich gegen D&O und Vermögensschadenhaftpflicht ab?
Drei Fragen trennen die drei Verträge: Wer hat gehandelt, wie, und wessen Vermögen ist betroffen? Die D&O deckt fahrlässige Fehler eines Organs gegenüber der eigenen Gesellschaft. Die Vermögensschadenhaftpflicht deckt fahrlässige Fehler des Unternehmens gegenüber einem Kunden. Beide schließen Vorsatz aus, und die Vermögensschadenhaftpflicht nimmt Veruntreuung sogar ausdrücklich heraus. Genau dort setzt die Vertrauensschadenversicherung an, und sie ersetzt anders als die beiden anderen einen Schaden des eigenen Unternehmens.
Kann ein Fall gleichzeitig D&O und Vertrauensschaden betreffen?
Ja, und das ist keine Seltenheit. Nach einem Betrug im Namen der Geschäftsleitung steht der Betrugsschaden selbst hier, während der Vorwurf an die Leitung, keine ausreichenden Kontrollen eingerichtet zu haben, ein Fall für die D&O ist. Beim FACC-Fall wurde beides durchgespielt: erst der Schaden, dann eine Klage gegen den entlassenen Vorstandsvorsitzenden.
Brauche ich das zusätzlich zur Cyber-Versicherung?
Beide ergänzen sich. Merken lässt sich die Grenze so: Ein Systemeinbruch, Erpressungssoftware oder Datenverlust sind Cyber. Ein getäuschter oder krimineller Mensch ohne technischen Einbruch ist Vertrauensschaden. E-Mail-gestützter Zahlungsbetrug liegt dazwischen und ist meist in beiden Verträgen zu finden, in der Cyber-Police allerdings oft nur bis zu einer eigenen, deutlich niedrigeren Summe.
Welcher Zeitpunkt zählt?
Die Entdeckung. Versichert sind die Fälle, die während der Vertragszeit entdeckt werden; für Taten, von denen bei Abschluss niemand wusste, gibt es üblicherweise eine Rückwärtsversicherung. Das unterscheidet die Sparte von den Haftpflichtverträgen, wo der Fehler oder die Anspruchserhebung zählt.
Wie wird der Schaden nachgewiesen?
Über Dokumentation und Ermittlung, etwa Buchungsunterlagen und interne Prüfungen. Die Kosten dafür sind oft mitversichert.
Was passiert bei vielen Einzeltaten derselben Person?
Sie gelten üblicherweise als ein Versicherungsfall. Bei einer über Jahre laufenden Untreue mit hunderten Buchungen steht also eine Versicherungssumme zur Verfügung, nicht eine je Tat. Deshalb gehört die Summe an das ausgerichtet, was tatsächlich bewegt wird.
Lohnt sich das für kleine Betriebe?
Auch dort kann ein einzelner Fall existenzbedrohend sein, und gerade kleine Betriebe haben selten getrennte Freigabewege. Wir schätzen das Risiko ein.

D&O, Geschäftsführerhaftung

Wer ist versichert?
In der Regel die Organe des Unternehmens, also Geschäftsführung, Vorstand, Aufsichtsrat und vergleichbare Funktionen, je nach Vertrag auch leitende Angestellte.
Zahlt das Unternehmen oder die Person?
Meist schließt das Unternehmen den Vertrag ab und schützt damit seine Organe. Versichert ist die Person, den Beitrag trägt üblicherweise die Gesellschaft.
Wer erhebt in der Praxis die Ansprüche?
Am häufigsten die eigene Gesellschaft oder, in der Krise, ihr Insolvenzverwalter. Das ist die Innenhaftung, und sie ist der Regelfall. Der Bundesgerichtshof hat 2020 entschieden, dass auch Ansprüche wegen Zahlungen nach Insolvenzreife unter die D&O fallen (IV ZR 217/19).
Wo steht die Haftung, und muss die Gesellschaft sie wirklich verfolgen?
Für GmbH-Geschäftsführer in § 43 Absatz 2 des GmbH-Gesetzes: Wer seine Obliegenheiten verletzt, haftet der Gesellschaft solidarisch für den entstandenen Schaden. Bei Aktiengesellschaften ist die Verfolgung sogar Pflicht. Der Bundesgerichtshof hat 1997 entschieden, dass der Aufsichtsrat Ansprüche gegen Vorstandsmitglieder prüfen und durchsetzbare Ansprüche grundsätzlich auch verfolgen muss; unterlässt er das, haftet er selbst (Urteil vom 21.04.1997, II ZR 175/95, in der Fachwelt als ARAG/Garmenbeck bekannt).
Wie häufig sind D&O-Schäden?
2024 zählten die Mitgliedsunternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft rund 2.500 D&O-Schäden, das dritte Anstiegsjahr in Folge, mit im Schnitt über 115.000 Euro je Schaden (Mitteilung vom 10.11.2025). Als Treiber nennt der Verband ausdrücklich die Insolvenzentwicklung: 21.812 Unternehmensinsolvenzen zählte das Statistische Bundesamt für 2024, ein Plus von 22,4 Prozent.
Was heißt Innen- und Außenhaftung?
Innenhaftung: Die eigene Gesellschaft fordert Ersatz von ihrem Organ, das ist in der Praxis der häufigste Fall. Außenhaftung: Ein Dritter, etwa ein Gläubiger, nimmt das Organ persönlich in Anspruch. Eine D&O-Versicherung deckt üblicherweise beides; den Umfang regelt der Vertrag.
Welcher Zeitpunkt zählt, der Fehler oder der Anspruch?
Der Anspruch. Versicherungsfall ist die erstmalige Geltendmachung während der Vertragsdauer oder in der anschließenden Nachmeldefrist; Fachleute nennen das claims-made. Genau deshalb sind zwei Punkte entscheidend: die Rückwärtsdeckung für unbekannte Altverstöße und eine Nachmeldefrist, die zur fünfjährigen Verjährung der Organhaftung passt. Gerichte haben Klauseln ohne angemessene Nachhaftung wiederholt beanstandet.
Haftet die Geschäftsführung für jede Fehlentscheidung?
Nein. Eine unternehmerische Entscheidung, die auf angemessener Informationsgrundlage und zum Wohl der Gesellschaft getroffen wurde, ist keine Pflichtverletzung, auch wenn sie sich später als Verlust erweist. Das Aktiengesetz nennt das in § 93 Absatz 1. Aber Vorsicht: Die Beweislast dafür trägt das Organ selbst, und genau diese Verteidigung kostet Geld.
Zahlt die D&O auch, wenn Vorsatz vorgeworfen wird?
Die Abwehr ja. Der Versicherer verteidigt, bis eine wissentliche Pflichtverletzung rechtskräftig festgestellt ist; erst dann entfällt der Schutz. Handlungen anderer Organmitglieder werden der versicherten Person dabei nicht zugerechnet.
Gilt eine gesetzliche Selbstbeteiligung?
Für Vorstände einer Aktiengesellschaft schreibt das Aktiengesetz sie vor, mindestens zehn Prozent des Schadens bis mindestens zum Eineinhalbfachen der festen Jahresvergütung. Für GmbH-Geschäftsführer gilt das nicht; dort ist eine Selbstbeteiligung Vertragssache. Auf Abwehrkosten fällt sie nach den Musterbedingungen ohnehin nicht an.
Reicht die Versicherungssumme, wenn mehrere Organe betroffen sind?
Nur einmal. Abwehrkosten werden auf die Summe angerechnet, und zusammenhängende Ansprüche gelten als ein Serienschaden mit einer Summe. Die Höhe gehört deshalb an Bilanz und Risiko ausgerichtet, nicht an den Beitrag.
Was deckt die D&O nicht?
Personen- und Sachschäden, das ist ein Fall für die Betriebshaftpflicht. Außerdem Bußgelder und Strafen, Verfahren außerhalb Europas, bekannte Altverstöße und die wissentliche Pflichtverletzung. Vermögensschäden aus der beruflichen Tätigkeit des Unternehmens gehören in die Vermögensschadenhaftpflicht, vorsätzliche Taten eigener Leute in die Vertrauensschadenversicherung.
Brauche ich das in einer kleinen GmbH?
Auch in kleinen Gesellschaften kann die persönliche Haftung erheblich sein, und sie trifft dort oft härter, weil kein Konzern dahintersteht. Wir schätzen das Risiko mit Ihnen ein.

Betrieb und Sachwerte

Geschäftsinhalt und Inventar

Wie wird der Wert ermittelt?
Üblich ist die Versicherung zum Neuwert des Inventars. Wir helfen bei der Bestandsaufnahme.
Was bedeutet Unterversicherung?
Ist die Versicherungssumme erheblich niedriger als der Versicherungswert zur Zeit des Versicherungsfalls, besteht eine Unterversicherung. Der Versicherer leistet dann nur nach dem Verhältnis von Summe zu Wert, und diese Kürzung trifft auch kleinere Schäden. Ein vereinbarter Unterversicherungsverzicht schließt sie aus. Eine zu hoch angesetzte Summe ist nicht dasselbe: Übersteigt sie den Wert erheblich, wird nicht gekürzt, sondern jede Vertragspartei kann die Herabsetzung von Summe und Beitrag verlangen.
Sind Maschinen extra zu versichern?
Teure Technik lässt sich gezielt über die Elektronik- und Maschinenversicherung erweitern.
Ist Diebstahl ohne Einbruch gedeckt?
In der Regel ist Einbruchdiebstahl versichert, also mit nachweisbaren Einbruchspuren, dazu Raub. Einfacher Diebstahl ohne solche Spuren ist es standardmäßig nicht. Den genauen Umfang klären wir vorab.
Hilft mir ein Unterversicherungsverzicht wirklich?
Ja, und verlassen sollten Sie sich dabei nur auf das, was im Vertrag steht. In einem Fall vor dem OLG Hamm hatte eine Praxisinhaberin nach einem Leitungswasserschaden von umgerechnet rund 79.000 DM zunächst nur gut 45.000 DM erhalten, weil die Summe zu niedrig war. Sie bekam den Rest erst, weil ihr der Vermittler einen Unterversicherungsverzicht zugesichert hatte und das Gericht den Versicherer an dieser Zusage festhielt (OLG Hamm, Urteil vom 20.12.2000, 20 U 132/00). Die Lehre: Der Verzicht gehört schriftlich in den Vertrag, nicht ins Beratungsgespräch.
Kürzt der Versicherer, wenn ich grob fahrlässig war?
Er darf es: Bei grob fahrlässiger Herbeiführung des Schadens kann die Leistung in einem der Schwere des Verschuldens entsprechenden Verhältnis gekürzt werden (§ 81 Absatz 2 VVG). Viele Gewerbetarife bieten die Mitversicherung grober Fahrlässigkeit als Vereinbarung an; ob und bis zu welcher Grenze, steht im Tarif und ist ein Punkt, den wir beim Vergleich gezielt prüfen.
Was gilt, wenn meine Alarmanlage beim Einbruch defekt war?
Das macht die Versicherung nicht automatisch leistungsfrei. Schon nach älterer Rechtsprechung durfte ein Versicherer die Leistung nicht allein deshalb verweigern, weil die Einbruchmeldeanlage seit Tagen gestört war (OLG Köln, Urteil vom 21.01.1997, 9 U 76/95). Heute kommt es auf die vereinbarten Obliegenheiten an: Bei deren Verletzung entscheiden Verschulden und Ursächlichkeit über eine Kürzung (§ 28 VVG). Vereinbarte Sicherungen sollten Sie trotzdem in Betrieb halten und Störungen melden.
Wie teuer wird so ein Schaden wirklich?
Ein Lagerhallenbrand einer Kfz-Werkstatt in Hessen wurde Anfang 2026 auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt, mit Spezialwerkzeug und Kundenfahrzeugen in der Halle; der teuerste einzelne Feuer-Großschaden des Jahres 2023 lag nach dem Schadenverhütungsbericht des GDV bei 175 Millionen Euro. Auch ohne Feuer geht es schnell um viel: Beim Einbruch in ein sächsisches Firmengebäude im Sommer 2026 lag allein der Werkzeugschaden bei rund 100.000 Euro (Presseberichte, Stand 2026).
Sind Blitz- und Überspannungsschäden an der Technik gedeckt?
Der direkte Blitzschlag gehört zur Feuer-Gefahr. Überspannungsschäden an Elektronik sind je nach Tarif eine Zusatzvereinbarung, und die lohnt sich: 2024 zählten die Versicherer rund 220.000 Blitz- und Überspannungsschäden mit im Schnitt etwa 1.600 Euro je Schaden (GDV-Blitzbilanz 2024; die Zahlen stammen aus den privaten Sparten und dienen als Größenordnung).

Betriebsgebäude

Was ist der Wert 1914, und warum rechnet mein Vertrag damit?
Der Wert 1914 ist eine Rechengröße, kein Preis: der ortsübliche Neubauwert Ihres Gebäudes, ausgedrückt in den Preisen des Jahres 1914. Die heutige Summe entsteht durch Multiplikation mit dem Anpassungsfaktor, der sich zum 1. Januar jedes Jahres ändert. Die Formel dafür steht in den Musterbedingungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft: zu 80 Prozent der Baupreisindex für Wohngebäude, zu 20 Prozent der Tariflohnindex für das Baugewerbe, beide vom Statistischen Bundesamt. So wächst der Schutz mit den Bau- und Lohnkosten mit. 2026 liegt der Faktor bei 27,63, nach 26,51 im Vorjahr, ein Plus von 4,22 Prozent. Ist die Summe 1914 sauber ermittelt, verzichtet der Versicherer auf den Einwand der Unterversicherung, und entschädigt wird zum Neubauwert im Zeitpunkt des Schadens.
Läuft jeder Gewerbevertrag über den Wert 1914?
Nein, und das ist ein verbreitetes Missverständnis. In den Musterbedingungen des Gesamtverbandes gehört die gleitende Neuwertversicherung zur Feuerversicherung. Die Muster für Leitungswasser, Sturm und Hagel sowie Einbruchdiebstahl und Raub kennen den Wert 1914 nicht; dort gilt das gewöhnliche Summensystem. Verbundene Gewerbeprodukte am Markt kombinieren das unterschiedlich. Wir sehen im Vergleich nach, für welche Gefahren die Mechanik in Ihrem Angebot wirklich gilt.
Bin ich mit Unterversicherungsverzicht endgültig sicher?
Nur solange die Grundlage stimmt. Nach den Musterbedingungen gilt die Summe als ausreichend vereinbart, wenn sie auf einer anerkannten Schätzung eines Bausachverständigen beruht oder wenn Sie die Antragsfragen nach Größe, Ausbau und Ausstattung zutreffend beantwortet haben. Der Verzicht fällt weg, sobald nachträglich wertsteigernd gebaut wurde. Dann gilt wieder die Quote: Entschädigung gleich Schadenbetrag mal Versicherungssumme geteilt durch Versicherungswert.
Bekomme ich den Neuwert oder den Zeitwert?
Zunächst den Zeitwert. Den Aufschlag darüber, die Neuwertspitze, gibt es erst, wenn Sie sichergestellt haben, dass Sie das Gebäude in gleicher Art und Zweckbestimmung wieder herstellen. Die Musterbedingungen geben dafür drei Jahre ab dem Versicherungsfall; in einem entschiedenen Fall standen 18 Monate im Vertrag. Fällig wird der Neuwertanteil erst nach dem Nachweis der Sicherstellung. Die Frist prüfen wir im Vergleich ausdrücklich.
Was gilt, wenn das Gebäude zeitweise leer steht?
Anzeigen und die Sicherungspflichten erfüllen. Die Musterbedingungen führen es ausdrücklich als anzeigepflichtige Gefahrerhöhung, wenn ein Gebäude oder der überwiegende Teil davon nicht genutzt wird. Sie verlangen außerdem, die Räume genügend häufig zu kontrollieren, und nennen die vorübergehende Betriebsstilllegung dabei mit. In der kalten Jahreszeit kommt hinzu: nicht genutzte wasserführende Anlagen absperren und entleeren, die übrigen Räume beheizen.
Zahlt die Versicherung bei grober Fahrlässigkeit?
Sie kürzt. Das Versicherungsvertragsgesetz sieht in § 81 Absatz 2 eine Kürzung in einem der Schwere des Verschuldens entsprechenden Verhältnis vor, und die Musterbedingungen wiederholen das wörtlich. Bei der Verletzung einer vereinbarten Obliegenheit kommt eine Besonderheit dazu: Dass keine grobe Fahrlässigkeit vorlag, müssen Sie beweisen, nicht der Versicherer.
Ist Leitungswasser wirklich das größte Risiko?
Der Größe nach nicht, der Häufigkeit nach schon. Die Versicherer zählen mehr als eine Million Leitungswasserschäden im Jahr; 2024 kosteten sie die Wohngebäudeversicherer 4,9 Milliarden Euro, doppelt so viel wie zehn Jahre zuvor. Diese Zahlen stammen aus der Wohngebäudeversicherung; eine eigene Statistik nur für Betriebsgebäude veröffentlicht die Branche nicht.
Ab wann gilt ein Sturm als Sturm?
Nach den Musterbedingungen ab Windstärke 8, also mindestens 62 Kilometer je Stunde. Lässt sie sich am Schadenort nicht feststellen, genügt der Nachweis, dass die Luftbewegung in der Umgebung Schäden an einwandfreien Gebäuden angerichtet hat.
Warum ist die Feuer-Position im Beitrag höher besteuert?
Feuer- und Feuer-Betriebsunterbrechungsanteile tragen 22 Prozent Versicherungsteuer statt der üblichen 19 Prozent.

Elementarschutz für Betriebe

Was zählt überhaupt als Elementarschaden?
Überschwemmung, Starkregen, Rückstau, Erdrutsch und Erdsenkung, Schneedruck, Erdbeben, Lawinen und Vulkanausbruch. Nicht dazu gehören Sturm und Hagel, die stehen im Grundschutz. Ebenfalls draußen: Grundwasser, solange es nicht an die Oberfläche tritt, und regelmäßig auch Sturmflut.
Brauchen wir das wirklich, wir liegen nicht am Fluss?
Die Frage ist berechtigt und die Antwort trotzdem meistens ja. 85 Prozent der versicherten Schäden der Flut 2013 entstanden abseits der großen Flüsse (GDV, Stand 2020), und beim Starkregen liegen rund vier von fünf Adressen in mittlerer oder hoher Gefährdung. Die Hochwasserklasse Ihres Standorts sagt also wenig darüber, ob ein Sommergewitter Ihr Lager flutet.
Was bedeutet die Gefährdungsklasse meines Standorts?
Das Zonensystem der Versicherer teilt Adressen nach der Hochwassergefahr in vier Klassen ein: Klasse 1 ist nach Datenlage nicht von Hochwasser größerer Gewässer betroffen, Klasse 2 seltener als einmal in hundert Jahren, Klasse 3 einmal in zehn bis hundert Jahren, Klasse 4 mindestens einmal in zehn Jahren. Das Zonensystem ZÜRS erfasst rund 22,6 Millionen Adressen; rund 92,4 Prozent liegen in Klasse 1, nur 0,4 Prozent in Klasse 4 (Stand 2025). Je höher die Klasse, desto teurer oder eingeschränkter wird der Schutz. Die Einstufung Ihrer Adresse fragen wir für Sie ab.
Sind Rückstauschäden gedeckt?
Rückstau gehört zu den versicherbaren Elementargefahren, ist aber eng definiert: Das Wasser muss aus dem Rohrsystem des Gebäudes austreten. Läuft Niederschlag nur nicht mehr ab, ist das kein Rückstau, und eine entsprechende Klage blieb erfolglos (OLG Hamm, Beschluss vom 26.04.2017, 20 U 23/17). Viele Verträge verlangen zusätzlich eine funktionsfähige Rückstausicherung. Wir prüfen die Klausel in Ihrem Vertrag.
Lässt sich jeder Standort absichern?
In fast allen Lagen ja: Nach Angaben des GDV sind 99 Prozent der Gebäude in Deutschland gegen Naturgefahren versicherbar, in Hochrisikolagen über Auflagen, Prävention und höhere Selbstbeteiligung (Stand 2020). Stark gefährdete Standorte klären wir individuell, dort geht oft mehr, als die erste Auskunft vermuten lässt.
Zahlt die Versicherung auch den Umsatzausfall nach Hochwasser?
Nur wenn die Betriebsunterbrechung die Elementargefahr einschließt. Sie ersetzt den Ertragsausfall nach einem versicherten Sachschaden; fehlt der Elementarbaustein im Sachvertrag, fehlt er damit auch für die Folgen. Wie real das ist, zeigen die bayerischen Betriebe von 2024 mit rund einer Woche Stillstand.
Gibt es eine Selbstbeteiligung?
In Elementartarifen ist eine Selbstbeteiligung üblich, die Höhe ist tarifabhängig. Wir legen sie gemeinsam so, dass sie zum Betrieb passt. Belastbare Marktpreise für den Gewerbe-Elementarschutz gibt es nicht, der Beitrag hängt zu stark an der Lage; ein Vergleich lohnt sich deshalb.
Gilt es für Gebäude und Inhalt?
Beides lässt sich einschließen, sowohl für das Betriebsgebäude als auch für das Inventar. Wichtig ist, dass beide Verträge dieselben Gefahren abdecken, sonst klafft im Ernstfall eine Lücke.

Elektronik- und Maschinenversicherung

Was unterscheidet sie von der Inhaltsversicherung?
Die Inhaltsversicherung deckt nur benannte Gefahren von außen wie Feuer, Einbruch oder Leitungswasser. Die technische Versicherung deckt die inneren Betriebsschäden, also Bedienungsfehler, Kurzschluss, Überspannung, Material- und Konstruktionsfehler. Spiegelbildlich schließen die Maschinenbedingungen Brand, Blitz und Explosion aus. Beide Verträge greifen ineinander, ohne sich zu doppeln.
Ist Verschleiß versichert?
Das Verschleißteil selbst nicht, die normale Abnutzung bleibt immer draußen. Vorzeitige Abnutzung, Korrosion und Ablagerungen sind dagegen gedeckt, wenn ein Bedienungs-, Konstruktions-, Material- oder Ausführungsfehler, das Versagen der Regeltechnik oder Schmiermittelmangel die Ursache war, und Folgeschäden an anderen Austauscheinheiten ohnehin. Genau an dieser Abgrenzung entzünden sich die meisten Streitfälle, und die Beweislast für den unvorhergesehenen Schaden liegt beim Betrieb: Er muss zeigen, dass der Schaden überraschend kam und auch mit der nötigen Sorgfalt nicht abzuwenden war (OLG Köln, Urteil vom 10.02.2009, 9 U 118/08). Die Musterbedingungen nennen als versicherte Ursachen ausdrücklich Bedienungsfehler und Ungeschicklichkeit, Konstruktions-, Material- und Ausführungsfehler, Kurzschluss, Überstrom und Überspannung, das Versagen von Mess-, Regel- und Sicherheitseinrichtungen, Schmiermittelmangel, Zerreißen durch Fliehkraft sowie Über- und Unterdruck.
Wird der Neuwert oder der Zeitwert ersetzt?
Lässt sich der Schaden reparieren, werden die Reparaturkosten übernommen. Beim Totalschaden trennt sich der Weg: Für Maschinen sehen die Musterbedingungen den Zeitwert abzüglich Altmaterial vor, für Elektronik den Neuwert, begrenzt auf den Zeitwert, wenn serienmäßige Ersatzteile fehlen oder gar nicht wiederbeschafft wird. Den Teil über dem Zeitwert gibt es nur bei tatsächlicher Wiederbeschaffung binnen zwei Jahren.
Sind Daten und Software mitversichert?
Nur begrenzt. Die Bedingungen sagen es deutlich: Daten sind keine Sachen, und dazu gehören auch Software und Programme. Gedeckt ist die Wiederherstellung der Betriebssystemdaten, sonstige Daten bis zu einer vereinbarten Summe. Eine volle Daten- und Softwaredeckung gibt es nur über Zusatzklauseln. Dazu kommen die IT-Auflagen, ohne die der Schutz wackelt.
Sind gemietete oder geleaste Maschinen versichert?
Ja, versichert ist auch das Interesse des Eigentümers, wenn Sie selbst nicht Eigentümer sind. Für Vermieter interessant: Auch die Unterschlagung durch einen Mieter kann mitversichert sein, und zwar sogar dann, wenn sich der angebliche Mieter den Besitz durch Betrug verschafft hat (OLG Stuttgart, Urteil vom 30.07.2009, 7 U 65/09).
Ist Diebstahl von Baumaschinen versichert?
Bei fahrbaren und transportablen Geräten ja, dort sind Diebstahl, Einbruchdiebstahl und Raub eingeschlossen; bei stationären Maschinen nicht. Keine theoretische Frage: In einer Branchenbefragung von 2024 meldeten 80 Prozent der Baustellenverantwortlichen mindestens einen Diebstahl im Jahr. Eine Umfrage, keine amtliche Statistik, aber die Richtung ist deutlich.
Deckt sie auch den Produktionsausfall?
Nein. Die Sachdeckung ersetzt die Technik, nicht den entgangenen Ertrag; Vermögensschäden sind ausdrücklich ausgeschlossen. Dafür gibt es zwei Wege: eine Mehrkostendeckung, die die Kosten zur Abwendung oder Verkürzung des Stillstands trägt, und die Maschinen-Betriebsunterbrechung als große Lösung. Welcher passt, hängt daran, wie schnell ein Ausfall bei Ihnen ins Geld geht.
Wie hängt die Versicherung mit den Prüfpflichten für Fahrgeschäfte zusammen?
Eng. Für fliegende Bauten gilt seit Juli 2012 bundesweit die Norm DIN EN 13814, für Zelte die DIN EN 13782. Vor der erstmaligen Aufstellung braucht es eine befristete Ausführungsgenehmigung, nach jedem Aufbau eine Gebrauchsabnahme vor Ort; dazu kommen Verlängerungsprüfungen mit Bremssystemen, Sicherheitsbügeln und Probefahrten. Versicherungsseitig ist das mehr als Bürokratie: Die Bedingungen verpflichten dazu, behördliche Sicherheitsvorschriften einzuhalten. Wer die Prüfkette lückenlos dokumentiert, sichert damit auch seinen Versicherungsschutz.
Wie oft trifft es Elektronik durch Blitz und Überspannung?
Eine gewerbliche Statistik dazu veröffentlicht die Branche nicht. Als Größenordnung, allerdings aus den Privatsparten: Hausrat- und Wohngebäudeversicherer zahlten 2024 rund 350 Millionen Euro für etwa 220.000 Blitz- und Überspannungsschäden, im Schnitt 1.600 Euro je Fall (GDV, Stand 2024).
Ist das eine Nischensparte?
Nein: 2024 nahmen die technischen Versicherungen rund 3,0 Milliarden Euro an Beiträgen ein und zahlten 1,8 Milliarden Euro für etwa 1,05 Millionen Schäden (nach Zahlen des GDV, Stand 2024, für die gesamte Sparte einschließlich Montage und Bauleistung).

Betriebsunterbrechung

Wann zahlt die Versicherung?
In der Regel nach einem versicherten Sachschaden, etwa durch Feuer, der eine betrieblich genutzte Sache trifft und den Betrieb unterbricht.
Was ist die Haftzeit?
Sie bestimmt, wie lange nach einem Schaden geleistet wird, und beginnt mit dem Sachschaden, nicht mit der ersten Zahlung. Nach den Musterbedingungen sind zwölf Monate der Standard, marktüblich lässt sich die Haftzeit auf bis zu 36 Monate verlängern (Stand 2026). Sie sollte zur realistischen Wiederaufbauzeit Ihres Betriebs passen.
Wie lange steht ein Betrieb nach einem Großschaden wirklich still?
Länger, als viele planen, denn Genehmigungen, Maschinenlieferzeiten und behördliche Auflagen kommen zum Wiederaufbau der Mauern obendrauf. Ein niedergebrannter Geflügelschlachtbetrieb in Niedersachsen brauchte rund 21 Monate bis zum regulären Betrieb, bei einem Schaden von etwa 300 Millionen Euro (Presseberichte 2016 bis 2017). Zur Standard-Haftzeit von zwölf Monaten passt das nicht, und genau diese Lücke ist der häufigste Beratungsfehler bei diesem Vertrag.
Zahlt die Versicherung auch ohne Sachschaden, etwa bei Stromausfall oder Pandemie?
Nein, die Betriebsunterbrechungsversicherung setzt einen versicherten Sachschaden voraus. Behördliche Schließungen aus Infektionsschutzgründen sind Sache der Betriebsschließungsversicherung, ein IT-bedingter Stillstand gehört zur Cyber-Versicherung. Wir stimmen die drei Verträge aufeinander ab.
Was ist ein Rückwirkungsschaden?
Ein Ausfall, dessen Ursache nicht bei Ihnen liegt: Der Sachschaden trifft einen Zulieferer oder Abnehmer, und Ihr Betrieb steht trotzdem. Wie weit das reicht, zeigte der Brand in einer Chemieanlage in Marl 2012: Rund 40 Prozent der Weltproduktion eines Kunststoff-Vorprodukts fielen aus, und die Automobilindustrie rief ein Krisentreffen zusammen, obwohl bei den betroffenen Herstellern selbst nichts gebrannt hatte (Fachpresse, Stand 2012). Gedeckt sind solche Fälle nur über eigene Rückwirkungsklauseln.
Sind Löhne und Gehälter mitversichert, wenn der Betrieb steht?
Ja, als fortlaufende Kosten, zusammen mit dem entgangenen Betriebsgewinn. Was ohne diese Deckung passiert, zeigt der niedersächsische Großbrandfall: Dort wurden nach dem Feuer über 500 Beschäftigte entlassen (Presseberichte, Stand 2016).
Bekomme ich erst am Ende der Unterbrechung Geld?
Nein. Nach den Musterbedingungen können Sie nach jedem Unterbrechungsmonat den bereits feststellbaren Mindestbetrag als Abschlag verlangen. Wir achten darauf, dass das im Schadenfall auch geschieht.
Reicht die kleine Betriebsunterbrechung in meiner Inhaltsversicherung?
Nur, wenn Ihr Jahresrohertrag ungefähr dem Wert Ihres Inventars entspricht. Nach den Musterbedingungen gilt bei der kleinen Betriebsunterbrechung nämlich die Versicherungssumme der Inhaltsversicherung zugleich als Grenze für den Ertragsausfall. Wer mit wenig Einrichtung viel Umsatz macht, etwa als Dienstleister oder Händler mit schnellem Warenumschlag, ist damit strukturell unterversichert und braucht eine eigenständige Deckung.

Betriebsschließungsversicherung

Was unterscheidet sie von der Betriebsunterbrechung?
Die Betriebsschließungsversicherung greift bei einer behördlichen Schließung aus Infektionsschutzgründen, ganz ohne Sachschaden. Die Betriebsunterbrechung greift nach einem versicherten Sachschaden, etwa einem Brand. Viele Betriebe brauchen beides, die Verträge ergänzen sich.
Welche Erreger sind versichert?
Maßgeblich ist der Katalog in den Bedingungen. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung leistet die Versicherung bei einem abschließend formulierten Katalog grundsätzlich nur für die dort ausdrücklich genannten Krankheiten und Erreger. Wir prüfen die Liste für Ihre Branche.
Hätte sie bei einer Pandemie wie Corona gezahlt?
Das hing und hängt vom einzelnen Vertrag ab. Bei vielen älteren Verträgen mit abschließender Erregerliste hat die höchstrichterliche Rechtsprechung einen Anspruch verneint, weil der Erreger dort nicht aufgeführt war; bei anders gefassten Klauseln kamen Gerichte teils zu anderen Ergebnissen. Eine pauschale Antwort wäre unseriös. Die Leitentscheidung zu den älteren Verträgen ist das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 26. Januar 2022 (IV ZR 144/21). Wir sehen uns die Klausel Ihres Vertrags an und sagen Ihnen, wo Sie stehen.
Was bedeutet statischer oder dynamischer Verweis?
Ein statischer Verweis nennt eine feste Liste von Krankheiten und Erregern, wie sie bei Vertragsschluss galt. Ein dynamischer Verweis bezieht sich auf das Infektionsschutzgesetz in seiner jeweils aktuellen Fassung und kann damit auch später aufgenommene Erreger erfassen. Welcher Verweis vereinbart ist, entscheidet über den Umfang bei neuen Erregern.
Sind Löhne abgedeckt?
Je nach Tarif. Wir wählen einen passenden Umfang.

Menschen und Vorsorge

Geschäftsführerversorgung

Welcher Durchführungsweg passt?
Das hängt von Gesellschaftsform, Status und Zielen ab. Für viele ist die Direktversicherung der Einstieg, für höhere Versorgungen kommen Unterstützungskasse oder Pensionszusage in Betracht. Wir vergleichen die Wege mit Ihnen und mit Ihrem Steuerberater.
Was prüft das Finanzamt bei einer Pensionszusage?
Vor allem vier Punkte, und an jedem ist die Zusage schon gescheitert. Erdienbarkeit: Beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer müssen zwischen Zusage und Ruhestand in der Regel zehn Jahre liegen, beim nicht beherrschenden genügen zwölf Jahre Betriebszugehörigkeit und drei Jahre Zusagebestand; ab dem vollendeten 60. Lebensjahr ist eine Zusage nicht mehr erdienbar. Probezeit: Bei einer neu gegründeten Gesellschaft erwartet die Rechtsprechung rund fünf Jahre. Angemessenheit: Übersteigt die Versorgung zusammen mit der gesetzlichen Rente 75 Prozent der letzten Aktivbezüge, liegt eine Überversorgung vor. Eindeutigkeit: Die Zusage muss die Leistung klar bestimmen. Wo es hakt, wertet das Finanzamt die Zuführungen als verdeckte Gewinnausschüttung, und der Steuervorteil kehrt sich um.
Was bedeutet beherrschend beteiligt?
Wer als Gesellschafter-Geschäftsführer die Gesellschaft bestimmen kann, wird steuerlich und sozialversicherungsrechtlich anders behandelt als ein angestellter Fremdgeschäftsführer. Von dieser Einordnung hängt ab, welche Wege offenstehen und welche Regeln gelten. Für die Sozialversicherung ist dabei nicht die Beteiligungsquote allein entscheidend, sondern die tatsächliche Rechtsmacht. Wir klären das zu Beginn.
Ist meine Pensionszusage gegen Insolvenz geschützt?
Als beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer in aller Regel nicht. Bundesgerichtshof und Bundesfinanzhof nehmen denjenigen vom Betriebsrentengesetz aus, der so stark mit dem Unternehmen verbunden ist, dass er es wirtschaftlich als eigenes betrachten kann; damit entfällt auch der Schutz durch den Pensions-Sicherungs-Verein. Der Schutz muss also vertraglich hergestellt werden, üblicherweise über eine verpfändete Rückdeckungsversicherung. Beim nicht beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer sieht es anders aus.
Warum steht die Pensionszusage in zwei Bilanzen verschieden?
Weil das Gesetz für die Steuerbilanz einen festen Rechnungszins von 6 Prozent vorschreibt (§ 6a Abs. 3 EStG), während handelsrechtlich zuletzt ein Durchschnittszins von 2,19 Prozent galt (Deutsche Bundesbank, Stand Juli 2026). Die Steuerbilanz weist deshalb eine niedrigere Rückstellung aus als die Handelsbilanz; die tatsächliche Verpflichtung ist typischerweise größer als der steuerlich abgebildete Wert. Dass der 6-Prozent-Zins fällt, ist nicht mehr zu erwarten: Zwei Verfahren beim Bundesverfassungsgericht endeten ohne Sachentscheidung, und im März 2026 wies die Finanzverwaltung alle offenen Einsprüche dazu per Allgemeinverfügung zurück.
Kann ich weiterarbeiten und schon Pension beziehen?
Nicht ohne Weiteres. Der Bundesfinanzhof sieht darin eine verdeckte Gewinnausschüttung, wenn ein beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer die volle Pension neben dem laufenden Gehalt bezieht. Ein ordentlicher Geschäftsleiter hätte entweder die Aktivbezüge angerechnet oder den Pensionsbeginn bis zum endgültigen Ausscheiden aufgeschoben. Wer den Übergang plant, sollte das vorher regeln.
Können wir eine bestehende Zusage wieder loswerden?
Nicht durch einen Federstrich. Verzichtet die begünstigte Person auf eine bereits erdiente, werthaltige Anwartschaft, fließt ihr steuerpflichtiger Arbeitslohn in Höhe des Teilwerts zu; in einem entschiedenen Fall waren das 151.284 Euro. Es gibt geordnete Wege, etwa die Auslagerung auf einen Pensionsfonds, deren Kosten sich steuerlich über zehn Jahre verteilen. Welcher trägt, rechnet Ihre Steuerberatung durch.
Ist das steuerlich vorteilhaft?
Oft ja, die Wirkung ist aber individuell und hängt von Weg, Status und Gesellschaft ab. Eine Zusage dazu geben wir nicht ab; wir stimmen die Gestaltung mit Ihrem Steuerberater ab.
Kann ich zusätzlich privat vorsorgen?
Ja, etwa über die steuerlich geförderte Basisrente oder flexible private Verträge. Für viele Geschäftsführende ist die Mischung aus betrieblicher und privater Vorsorge der stabilste Weg.
Geht das auch für kleine GmbHs?
Ja, gerade dort wird die eigene Vorsorge oft vernachlässigt.

Altersvorsorge für Inhaber

Wie viel kann ich 2026 absetzen?
Bis 30.826 Euro als Lediger und bis 61.652 Euro bei Zusammenveranlagung, und das zu 100 Prozent. Der Höchstbetrag ist der Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung, aufgerundet auf volle Euro; er ändert sich jedes Jahr. Wichtig: In ihn zählen alle Altersvorsorgeaufwendungen hinein, also auch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und zu einem Versorgungswerk. Wie hoch Ihre Entlastung ausfällt, hängt vom persönlichen Steuersatz ab.
Komme ich an das Geld wieder heran?
Nein, und das ist die Kehrseite der Förderung. Das Gesetz verlangt, dass daneben kein weiterer Auszahlungsanspruch besteht. Zulässig sind nur zwei Dinge: bis zu zwölf Monatsleistungen zusammenzufassen und eine Kleinbetragsrente abzufinden. Sonst bleibt nur die Beitragsfreistellung.
Was passiert bei Insolvenz oder Pfändung?
Die Basisrente ist gesetzlich so gebaut, dass die Ansprüche daraus nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sind. Das klingt nach fünf Nachteilen, und es sind auch fünf. Es sind aber zugleich genau die Merkmale, die der Zivilprozessordnung genügen: Ein Vertrag, der lebenslang und nicht vor dem 60. Lebensjahr leistet, über den nicht verfügt werden darf, der außer Hinterbliebenen keine Begünstigten kennt und keine Kapitalauszahlung vorsieht, darf nur wie Arbeitseinkommen gepfändet werden. Die Insolvenzordnung erklärt das auch für das Insolvenzverfahren für anwendbar; wer für Beweglichkeit zahlt, gibt also den Schutz mit auf. Zwei Grenzen gehören dazu: In der Ansparphase sind nur 7.000 Euro im Jahr und insgesamt 340.000 Euro geschützt, und in der Auszahlungsphase ist die Rente oberhalb der Pfändungsfreigrenzen pfändbar.
Wie viel meiner Rente muss ich später versteuern?
Das hängt am Jahr des Rentenbeginns. Bei Rentenbeginn 2026 sind 84,0 Prozent steuerpflichtig; 100 Prozent werden es erst bei Rentenbeginn 2058, weil der Anstieg auf einen halben Prozentpunkt je Jahrgang gestreckt wurde. Der steuerfreie Teil wird ab dem Folgejahr als fester Euro-Betrag festgeschrieben, nicht als Prozentsatz. Jede spätere Rentenerhöhung ist deshalb voll steuerpflichtig.
Werde ich doppelt besteuert?
Der Bundesfinanzhof hält den Systemwechsel für verfassungsgemäß, räumt aber ein: Wer im Einzelfall eine doppelte Besteuerung nachrechnen kann, hat Anspruch auf eine Milderung. In dem entschiedenen Fall standen 133.276 Euro versteuerter Beiträge steuerfreien Rentenzuflüssen von mindestens 157.149 Euro gegenüber, also keine Doppelbesteuerung. Das Bundesverfassungsgericht nahm die Beschwerde dagegen am 07.11.2023 nicht zur Entscheidung an. Die Nachweisrechnung ist Sache Ihrer Steuerberatung.
Bin ich als Selbstständiger überhaupt rentenversicherungspflichtig?
Die meisten nicht, einzelne Gruppen aber doch: in die Handwerksrolle eingetragene Gewerbetreibende (Anlage A), arbeitnehmerähnliche Selbstständige mit im Wesentlichen einem Auftraggeber, Künstler und Publizisten. Gesellschafter einer GmbH oder UG fallen nicht unter die Handwerkerregel, auch nicht mit Meisterbrief.
Kann ich nicht einfach die betriebliche Altersvorsorge meines Betriebs mitnutzen?
Die betriebliche Altersvorsorge steht Beschäftigten offen, nicht dem Einzelunternehmer: Sie setzt ein Arbeitsverhältnis voraus, und mit sich selbst schließt niemand eines. Führen Sie dagegen eine GmbH und sind dort angestellt, ist die Geschäftsführerversorgung Ihr Thema. Für Ihre Mitarbeitenden richten wir die betriebliche Altersvorsorge selbstverständlich ein.
Wann sollte ich starten?
So früh wie möglich, der Zinseszins macht den Unterschied. Und die Frage ist meist nicht, ob überhaupt vorgesorgt wird: Nach einer Auswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung von 2026 nutzen 93 Prozent der Selbstständigen mindestens eine Form der Altersvorsorge. Die Frage ist, ob das Vorhandene reicht und ob es im Ernstfall geschützt ist.

Betriebliche Altersvorsorge

Können Mitarbeitende eine Entgeltumwandlung verlangen?
Ja. § 1a des Betriebsrentengesetzes gibt ihnen diesen Anspruch bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze, 2026 also bis 338 Euro im Monat. Welchen Weg Sie anbieten, entscheiden Sie: Bieten Sie Pensionsfonds oder Pensionskasse an, gilt das; sonst können Mitarbeitende eine Direktversicherung verlangen. Vorher zu wählen ist leichter als beim ersten Antrag.
Ist der Arbeitgeber zu einem Zuschuss verpflichtet?
Bei Entgeltumwandlung über Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds gibt es einen gesetzlichen Zuschuss von 15 Prozent des umgewandelten Beitrags, aber nur, soweit Sie dadurch Sozialversicherungsbeiträge einsparen. Für Vereinbarungen aus der Zeit vor 2019 gilt er seit dem 01.01.2022; das Bundesarbeitsgericht hat zugleich klargestellt, dass ein Tarifvertrag davon abweichen darf.
Wie hoch ist die steuerliche Förderung?
Über die versicherungsförmigen Wege bleiben Beiträge bis zu 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei und bis zu 4 Prozent sozialabgabenfrei. Für 2026 sind das 8.112 Euro und 4.056 Euro im Jahr. Auf die Differenz dazwischen fallen Sozialabgaben an. Die Grenzbeträge ändern sich jährlich; die genannten Werte gelten für 2026.
Hafte ich, wenn Versicherer oder Pensionskasse die Leistungen kürzen?
In aller Regel ja. Das Betriebsrentengesetz sagt in § 1 Absatz 1 Satz 3, dass der Arbeitgeber für die Erfüllung der von ihm zugesagten Leistungen auch dann einsteht, wenn die Durchführung nicht unmittelbar über ihn erfolgt. Das Bundesarbeitsgericht hat einen Betrieb entsprechend verurteilt, die Kürzungen einer Pensionskasse auszugleichen. Die Auslagerung verlagert die Verwaltung, nicht die Schuld. Die einzige Ausnahme ist die reine Beitragszusage im Sozialpartnermodell, und die gibt es nur auf tarifvertraglicher Grundlage.
Was passiert mit den Betriebsrenten, wenn mein Betrieb insolvent wird?
Für Direktzusagen, Unterstützungskassen, Pensionsfonds, widerrufliche Direktversicherungen und, seit einer Reform infolge einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, auch für Pensionskassen greift die gesetzliche Insolvenzsicherung; ihr Träger sichert nach eigenen Angaben rund 14,4 Millionen Versorgungsberechtigte. Die Leistung ist gedeckelt auf das Dreifache der monatlichen Bezugsgröße, 2026 also 11.865 Euro im Monat. Der Beitragssatz schwankt: 2024 lag er bei 0,4 Promille, 2025 bei 1,2, im Mittel bei 2,5.
Werden Betriebsrenten später verbeitragt?
Ja, in der Kranken- und Pflegeversicherung. In der Krankenversicherung gibt es dafür einen Freibetrag von einem Zwanzigstel der monatlichen Bezugsgröße, 2026 also 197,75 Euro im Monat; in der Pflegeversicherung gilt er nicht. Wird die Leistung auf einmal ausgezahlt, verteilt § 229 Absatz 1 des Fünften Sozialgesetzbuchs sie: Ein Einhundertzwanzigstel gilt als monatlicher Zahlbetrag, längstens für einhundertzwanzig Monate. Aus der Kapitalzahlung werden also zehn Jahre lang monatliche Beiträge. Wer vorher davon weiß, wählt womöglich anders.
Was sagen wir Mitarbeitenden, die skeptisch sind?
Die Wahrheit, und die hat zwei Seiten. Entgeltumwandlung senkt die spätere gesetzliche Rente, weil weniger Rentenbeiträge fließen; die Verbraucherzentrale rechnet vor, dass 100 Euro im Monat über 40 Jahre rund 40 Euro weniger gesetzliche Monatsrente bedeuten. Was das Bild dreht, ist ein Zuschuss oberhalb der gesetzlichen 15 Prozent. Er ist das eigentliche Argument, nicht die Umwandlung selbst.
Gilt das auch für mich als Inhaber?
Für Sie selbst als Inhaber führt dieser Weg nur, wenn Sie Angestellter Ihrer eigenen Kapitalgesellschaft sind; dann ist die Geschäftsführerversorgung Ihr Thema. Als Einzelunternehmer oder Personengesellschafter führt der Weg über die private Altersvorsorge für Inhaber.

Betriebliche Krankenversicherung

Gibt es eine Gesundheitsprüfung?
In arbeitgeberfinanzierten Kollektivverträgen ist meist keine Gesundheitsprüfung nötig, und oft entfallen auch Wartezeiten. Das erleichtert die Aufnahme des gesamten Teams, auch von Mitarbeitenden, die einzeln schwer versicherbar wären. Ob es eine Mindestzahl an Teilnehmenden braucht, ist von Versicherer zu Versicherer verschieden; oft geht es schon mit wenigen Köpfen. Die genauen Bedingungen hängen vom Vertrag ab.
Warum entscheidet der Zahlungsweg über die Steuer?
Weil es darauf ankommt, was die Mitarbeitenden arbeitsvertraglich verlangen können. Wer ausschließlich Versicherungsschutz beanspruchen kann, bekommt Sachlohn, und die Freigrenze greift; wer stattdessen auch Geld verlangen könnte, bekommt Barlohn. Praktisch heißt das: Der Betrieb schließt den Gruppenvertrag ab und überweist an den Versicherer, nicht auf das Gehaltskonto.
Wie verbreitet ist die betriebliche Krankenversicherung?
Sie wächst deutlich: Ende 2025 boten rund 60.600 Unternehmen eine betriebliche Kranken- oder Pflegeversicherung an, 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, und über 2,8 Millionen Menschen waren so abgesichert (Verband der Privaten Krankenversicherung, Stand 2025); 2020 waren es rund 13.100 Arbeitgeber. In der Fläche bleibt sie trotzdem die Ausnahme: In einer Befragung mittelständischer Betriebe boten 14 Prozent eine bKV an, bei Unternehmen bis zehn Beschäftigten nur 5 Prozent (Stand 2024).
Bleibt der Beitrag steuerfrei?
Finanziert der Betrieb die Versicherung als Sachbezug, bleibt der Beitrag bis zu 50 Euro je Monat und Mitarbeitendem außer Ansatz (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG), sofern keine anderen Sachbezüge auf dieselbe Grenze einzahlen. Beitragsfrei in der Sozialversicherung ist er in diesem Rahmen ebenfalls, weil § 3 Abs. 1 Satz 4 SvEV die steuerliche Freigrenze für die Bewertung sonstiger Sachbezüge für entsprechend anwendbar erklärt. Wichtig: Das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Wird sie auch nur geringfügig überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Ihre konkrete Gestaltung stimmen Sie mit der Steuerberatung ab.
Geht das auch als Geldzuschuss?
Nein, der Steuervorteil gilt nur für die Sachleistung, also die vom Betrieb abgeschlossene Versicherung. Ein ausgezahlter Zuschuss ist normaler Arbeitslohn.
Ist das nicht dasselbe wie die 600 Euro für Gesundheitsförderung?
Nein, und die Verwechslung ist teuer. Der Freibetrag von 600 Euro im Jahr (§ 3 Nr. 34 EStG) gilt nur für Maßnahmen, die den Anforderungen der §§ 20 und 20b SGB V an Qualität, Zweckbindung und Zertifizierung genügen. Versicherungsbeiträge gehören nicht dazu, ebenso wenig Massagen oder Vorsorgeuntersuchungen ohne Bezug zu einer zertifizierten Maßnahme. Zwei getrennte Instrumente mit eigenen Voraussetzungen.
Was ist, wenn wir schon andere Sachbezüge geben?
Dann teilen sie sich die Grenze: Das Gesetz spricht von Vorteilen, die insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen, ein Tankgutschein zählt also mit. Eine wichtige Ausnahme ist der Zuschuss zum Nahverkehrsticket; er ist nach § 3 Nr. 15 EStG steuerfrei und verbraucht die Grenze nicht. Betriebliche Altersversorgung und pauschal versteuerte Unfallversicherung laufen ohnehin nach eigenen Regeln.
Wer zahlt die Beiträge?
Das ist gestaltbar, vom Arbeitgeber finanziert bis zur Beteiligung der Mitarbeitenden. Steuerlich unterscheiden sich die Modelle deutlich, und ob eine Entgeltumwandlung in eine bKV steuerlich trägt, ist nicht abschließend geklärt. Wir zeigen die Unterschiede, die Wirkung prüft Ihre Steuerberatung.
Dürfen wir Teilzeitkräfte oder Minijobber aussparen?
Nicht allein wegen der Arbeitszeit. § 4 Abs. 1 TzBfG verbietet, Teilzeitbeschäftigte ohne sachlichen Grund schlechter zu behandeln als vergleichbare Vollzeitkräfte; für befristet Beschäftigte gilt dasselbe. Zulässig ist es dagegen, den begünstigten Kreis über sachliche Merkmale positiv abzugrenzen. Wie Sie den Kreis abgrenzen, legt die Versorgungsordnung fest; wir bringen die Vorlage des Versicherers mit, die arbeitsrechtliche Prüfung gehört zu Ihrer Rechtsberatung.
Was passiert beim Ausscheiden aus dem Betrieb?
Der betriebliche Schutz endet in der Regel mit dem Arbeitsverhältnis. Eine private Fortführung ist meist möglich, aber nur auf Antrag binnen einer kurzen Frist nach dem Ausscheiden; danach erlischt die Möglichkeit dauerhaft, und der Beitrag steigt auf den Satz der Einzelversicherung. Die Fristen stehen in den Gruppenversicherungsbedingungen.
Lohnt sich das schon für kleine Teams?
Auch kleine Teams profitieren. Wir prüfen passende Lösungen.

Gruppenunfallversicherung

Gilt der Schutz auch privat?
Je nach Vertrag rund um die Uhr und meist weltweit. Genau dort liegt der größte Mehrwert, denn die gesetzliche Unfallversicherung deckt nur Arbeits- und Wegeunfälle.
Worin unterscheidet sie sich von der gesetzlichen Unfallversicherung?
Die gesetzliche Unfallversicherung ist auf Arbeits- und Wegeunfälle sowie anerkannte Berufskrankheiten begrenzt und zahlt eine Verletztenrente erst, wenn die Erwerbsfähigkeit um wenigstens 20 Prozent gemindert ist, und zwar über die 26. Woche hinaus (§ 56 SGB VII). Die Gruppenunfallversicherung ergänzt sie um die Freizeit und um frei vereinbare Summen.
Wer ist versichert?
Das ganze Team oder ausgewählte Gruppen, nach Ihrer Vorgabe. Ohne Namensnennung gilt der Schutz für alle der beschriebenen Gruppe; dann muss sie so abgegrenzt sein, dass die Zugehörigkeit eindeutig feststeht.
Wie wird die Leistung bestimmt?
Bleibt nach einem Unfall eine dauerhafte Beeinträchtigung, richtet sich die Leistung nach der Gliedertaxe. Sie ordnet Körperteilen feste Prozentsätze zu, in den Musterbedingungen etwa 70 Prozent für einen Arm, 55 für eine Hand, 50 für ein Auge, 20 für den Daumen und 10 für den Zeigefinger. Bei Teilverlust gilt der entsprechende Anteil, mehrere betroffene Körperteile werden addiert, höchstens auf 100 Prozent. Aus diesem Grad und der vereinbarten Summe ergibt sich die Auszahlung; eine Progression erhöht sie bei schweren Folgen, wirkt aber erst danach und verändert den Invaliditätsgrad nicht.
Was passiert, wenn eine Vorerkrankung mitgewirkt hat?
Dann wird gekürzt, aber erst ab einem Mitwirkungsanteil von über 25 Prozent; darunter bleibt die Leistung ungekürzt. Oberhalb mindert sich der Invaliditätsgrad entsprechend, und die Musterbedingungen rechnen es selbst vor: 10 Prozent Invalidität nach einer Beinverletzung, Rheuma hat zu 50 Prozent mitgewirkt, bleiben 5 Prozent. Den Nachweis muss der Versicherer führen. Der Bundesgerichtshof hat 2025 klargestellt, dass auch eine mittelbare Mitwirkung über eine Dauermedikation genügt (Urteil vom 03.12.2025, IV ZR 185/24).
Wie lange haben wir Zeit, einen Schaden zu melden?
Kürzer, als die meisten denken. Die Invalidität muss binnen 15 Monaten nach dem Unfall eingetreten und ärztlich schriftlich festgestellt sein und binnen derselben Frist beim Versicherer geltend gemacht werden; sonst besteht kein Anspruch auf die Invaliditätsleistung. Der Bundesgerichtshof hat diese Fristen als wirksam bestätigt (Urteil vom 20.06.2012, IV ZR 39/11). Bei der Übergangsleistung sind sie noch kürzer, und weil im Gruppenvertrag der Betrieb Versicherungsnehmer ist, liegt die Meldung an ihm.
An wen wird ausgezahlt?
Nach den Musterbedingungen zunächst an den Betrieb, denn er ist Versicherungsnehmer. Das ist aber keine freie Wahl, wem das Geld am Ende zusteht: Ohne Einwilligung der versicherten Person muss der Betrieb die Summe herausgeben und darf eigene unfallbedingte Aufwendungen nicht davon abziehen. Das Bundesarbeitsgericht hat beides entschieden (Urteile vom 21.02.1990, 5 AZR 169/89, und vom 17.06.1997, 9 AZR 839/95) und sieht den Betrieb als bloße Durchgangsstelle. Wer die Versicherung als Leistung für das Team meint, wählt deshalb gleich den Direktanspruch. Was steuerlich folgt, klärt Ihre Steuerberatung.
Wie werden die Beiträge versteuert?
Der Betrieb kann die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz von 20 Prozent erheben, wenn mehrere Mitarbeitende gemeinsam in einem Vertrag versichert sind (§ 40b Abs. 3 EStG). Eine betragsmäßige Obergrenze gibt es dafür nicht mehr: Der frühere Grenzbetrag von 100 Euro je Kopf und Jahr ist mit Wirkung ab dem 01.01.2024 ersatzlos gestrichen. Viele Ratgeber und ältere Richtlinien nennen ihn noch, das ist überholt.
Endet der Schutz, wenn jemand den Betrieb verlässt?
Ja, mit dem Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis. Ein mitnehmbarer Vorteil ist die Gruppenunfallversicherung also nicht, und wer sie im Recruiting einsetzt, sollte das so sagen. Der Vertrag selbst endet erst mit der Einstellung des Betriebs.

Mobilität und Finanzierung

Flottenversicherung

Ab wann lohnt sich eine Flotte?
Kleinflottentarife gibt es oft schon ab drei Fahrzeugen. Einzelne Anbieter staffeln Kleinflotte drei bis neun, Mittelflotte zehn bis 25 und Großflotte ab 26 Fahrzeugen, mit Nachlässen von bis zu zehn Prozent für Kleinflotten (Stand 2026). Eine feste Grenze gibt es nicht, wir rechnen das für Ihren Fuhrpark durch.
Wie entsteht der Beitrag?
Meist über den Schadenverlauf des gesamten Fuhrparks, der einmal im Jahr neu bewertet wird. Manche Tarife arbeiten zusätzlich mit einheitlichen Beiträgen je Fahrzeugklasse, das vereinfacht die Kalkulation. Eine Schadenfreiheitsklasse je Fahrzeug wie beim privaten Pkw gibt es bei Flotten in der Regel nicht.
Welche Schäden treffen einen Fuhrpark am häufigsten?
Nicht die spektakulären. Über 76 Prozent sind Außenschäden aus Parken, Rangieren und Kollisionen mit festen Objekten, ausgewertet über 155.000 Schadenmeldungen von 50.000 Flottenfahrzeugen in fünf Jahren (Stand 2025). Das ist eine gute Nachricht, denn genau diese Schäden lassen sich durch Training, Rangierregeln und Assistenzsysteme spürbar senken, und im Verlaufstarif wirkt das direkt auf den Beitrag.
Was passiert, wenn ein Mitarbeiter betrunken einen Unfall baut?
Der Geschädigte bekommt sein Geld, dafür sorgt die Haftpflicht. Danach kann der Versicherer aber auf den Betrieb zurückgreifen, begrenzt auf höchstens 5.000 Euro je Verstoß (§ 5 Abs. 3 KfzPflVV). Kommen mehrere Verstöße zusammen, etwa Trunkenheit und anschließende Unfallflucht, dürfen die Beträge addiert werden, in diesem Fall auf bis zu 10.000 Euro (BGH, Urteil vom 14.09.2005, IV ZR 216/04). Das eigene Fahrzeug trifft es härter: In der Vollkasko darf bei absoluter Fahruntüchtigkeit ab 1,1 Promille bis auf null gekürzt werden (BGH, Urteil vom 22.06.2011, IV ZR 225/10).
Und wenn jemand nach einem Rempler einfach weiterfährt?
Dann ist der Rückgriff der Normalfall: Nach dem Versicherungsfall ist die Leistungsfreiheit auf 2.500 Euro begrenzt, bei besonders schwerer vorsätzlicher Verletzung der Aufklärungspflicht auf 5.000 Euro (§ 6 KfzPflVV). Automatisch erfolgreich ist der Rückgriff aber nicht. Konnte der Hergang trotzdem lückenlos geklärt werden, fehlt dem Versicherer der Nachteil, und die Forderung scheitert (AG Zeitz, Urteil vom 25.07.2024, 4 C 286/23). Verlassen sollte sich darauf niemand.
Wer haftet, wenn sich der Fahrer nicht mehr feststellen lässt?
Für den Verkehrsverstoß niemand, aber die Folge trifft den Betrieb: Kann die Behörde nach einem Verstoß den Fahrer nicht ermitteln, kann sie dem Halter ein Fahrtenbuch auferlegen (§ 31a StVZO). Eingetragen werden Name und Anschrift des Fahrers, Kennzeichen sowie Datum und Uhrzeit vor Fahrtbeginn, unterschrieben wird nach Fahrtende, aufbewahrt sechs Monate über die Auflage hinaus. Bei wechselnden Fahrern lohnt sich die Zuordnung also schon aus Eigeninteresse.
Was passiert bei schlechtem Schadenverlauf?
Dann meldet sich der Versicherer, meist schon unterjährig. Am Ende stehen spürbare Beitragsaufschläge, höhere Selbstbeteiligungen oder auch die Kündigung des Rahmenvertrags zum Stichtag. Gegenmittel sind Fahrertrainings, Assistenzsysteme und ein ehrlicher Blick auf die Schadenursachen. Wir bereiten solche Gespräche mit Ihnen vor, statt sie abzuwarten.
Wie werden neue Fahrzeuge aufgenommen?
Zu- und Abgänge laufen unkompliziert über den bestehenden Rahmenvertrag, meist mit einer kurzen Meldung.
Was ist mit Sonderaufbauten?
Kräne, Kühlaufbauten oder Werkstatteinrichtungen sind nur versichert, wenn sie angegeben und eingeschlossen sind, und nur bis zur vertraglich genannten Wertgrenze. Wir erfassen sie je Fahrzeug.
Wann ist die Einzelversicherung besser?
Unterhalb der Flottengröße oder bei nur einem oder zwei Fahrzeugen ist die gewerbliche Einzel-Kfz-Versicherung meist passender. Wir behalten den Übergang im Blick und melden uns, wenn sich der Wechsel lohnt.

Kfz gewerblich

Ist die Kfz-Haftpflicht auch gewerblich vorgeschrieben?
Ja. Der Halter jedes Fahrzeugs mit gewöhnlichem Standort im Inland muss eine Haftpflichtversicherung abschließen und aufrechterhalten, gleich ob privat oder gewerblich (§ 1 PflVG). Die gesetzlichen Mindestsummen je Schadensfall liegen bei 7,5 Millionen Euro für Personen-, 1,3 Millionen Euro für Sach- und 50.000 Euro für reine Vermögensschäden (Anlage zu § 4 Abs. 2 PflVG). Das ist ein Minimum und keine Empfehlung; am Markt sind deutlich höhere Deckungen üblich. Teil- und Vollkasko sind dagegen freiwillig.
Was droht, wenn ein Firmenfahrzeug ohne Versicherung unterwegs ist?
Mehr, als die meisten erwarten: Das ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat. Vorsätzlich begangen drohen bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, fahrlässig bis zu sechs Monaten oder bis zu 180 Tagessätze, und das Fahrzeug kann eingezogen werden (§ 30 PflVG). Wichtig für die Geschäftsleitung: Strafbar macht sich nicht nur, wer fährt, sondern auch, wer den Gebrauch gestattet (§ 6 PflVG).
Ist mein Werkzeug im Transporter mitversichert?
Nein. Beitragsfrei mitversichert sind nur Fahrzeugteile und Zubehör, das ausschließlich dem Gebrauch des Fahrzeugs dient, etwa Pannenwerkzeug. Alle sonstigen Gegenstände sind über die Kfz-Police ausdrücklich nicht versicherbar, und die Kfz-Haftpflicht schließt beförderte Sachen ebenfalls aus. Die Bohrmaschine im Laderaum braucht deshalb eine Werkzeug- oder Autoinhaltsversicherung. Wie teuer die Lücke wird, zeigen die Aufbruchserien der Jahre 2025 und 2026 mit Schäden von 8.000 bis 15.000 Euro je Fahrzeug.
Muss ich Ladebordwand, Kühlaufbau oder Kran extra angeben?
Ja. Spezialaufbauten und Spezialeinrichtungen sind nur bis zu einer im Vertrag genannten Wertgrenze beitragsfrei mitversichert; liegt der Gesamtneuwert darüber, ist der übersteigende Wert nur mitversichert, wenn das ausdrücklich vereinbart wurde. Bei gewerblichen Fahrzeugen entscheidet also die vollständige Angabe von Nutzung, Fahrerkreis und Aufbauten darüber, was im Ernstfall bezahlt wird. Wir erfassen das mit Ihnen.
Was ist der Unterschied zur privaten Kfz-Versicherung?
Die gewerbliche Nutzung wird gesondert bewertet: andere Fahrleistung, wechselnde Fahrerinnen und Fahrer, besondere Aufbauten und Einsatzzwecke. Dazu kommt der allgemeine Kostendruck der Sparte: Der durchschnittliche Sachschaden in der Kfz-Haftpflicht lag 2024 bei rund 4.250 Euro und damit gut 50 Prozent über dem Wert von 2017, die Werkstatt-Stundensätze überschritten erstmals 200 Euro, und Ersatzteile kosten seit 2015 über 80 Prozent mehr, während die Verbraucherpreise um rund 30 Prozent zulegten (nach Zahlen des GDV, Stand 2024 und 2025). Beides wirkt auf Einstufung und Beitrag.
Sind Schausteller-Zugmaschinen wirklich steuerfrei?
Ja, unter einer klaren Bedingung. Von der Kraftfahrzeugsteuer befreit ist das Halten von Zugmaschinen, solange sie ausschließlich für den Betrieb eines Schaustellergewerbes verwendet werden, ebenso von Wohnwagen über 3,5 Tonnen und Packwagen über 2,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht im Gewerbe nach Schaustellerart (§ 3 Nr. 8 KraftStG). Entscheidend ist das Wort ausschließlich. Von der Versicherungspflicht befreit die Steuerbefreiung nicht.
Ist meine Ladung mitversichert?
Nein, die Kfz-Versicherung deckt das Fahrzeug, nicht die Ladung. Eigene Ware, Werkzeug und Material auf eigenen Fahrzeugen sichert die Transport- beziehungsweise Autoinhaltversicherung ab. Auch Verzugsschäden aus versäumten Lieferfristen sind über die Kfz-Police ausgeschlossen.
Wie schnell muss ein Schaden gemeldet werden?
Binnen einer Woche. Laufen behördliche Ermittlungen, etwa nach einem Unfall mit Personenschaden, ist das unverzüglich zu melden. Das klingt selbstverständlich, ist im Betrieb mit mehreren Fahrern aber eine Organisationsaufgabe.
Lohnt später eine Flotte?
Ab mehreren Fahrzeugen oft ja, Kleinflottentarife beginnen häufig ab drei. Wir behalten das für Sie im Blick.

Transport- und Warenversicherung

Haftet nicht der Spediteur?
Nur begrenzt, und die Grenze richtet sich nach dem Gewicht statt nach dem Wert. Das Handelsgesetzbuch nennt in § 431 einen Höchstbetrag von 8,33 Sonderziehungsrechten je Kilogramm Rohgewicht; grenzüberschreitend auf der Straße steht dieselbe Zahl im internationalen Frachtrecht. Das Sonderziehungsrecht ist eine Rechnungseinheit des Internationalen Währungsfonds und schwankt mit dem Kurs: Am 21.08.2026 entsprach eines davon 1,17467 Euro, die Haftungsgrenze lag damit bei rund 9,78 Euro je Kilogramm. Eine Palette Steuerungstechnik mit 200 Kilogramm ist demnach mit knapp 2.000 Euro abgedeckt, gleichgültig, was sie wert war. Die Transportversicherung deckt dagegen den tatsächlichen Warenwert ab.
Wann haftet der Frachtführer unbegrenzt?
Nur bei Vorsatz oder bei Leichtfertigkeit in dem Bewusstsein, dass ein Schaden mit Wahrscheinlichkeit eintreten werde. Die Gerichte legen diese Schwelle hoch: In dem genannten Fall genügte es nicht, dass der Fahrer den Auflieger ohne Sicherung am Königszapfen im Gewerbegebiet abstellte. Das ist ein Prozessrisiko, kein Schutz.
Wie schnell muss ich einen Transportschaden melden?
Schnell, und die Frist hängt vom Transportweg ab. Erkennbare Schäden gehören bei der Ablieferung auf die Frachtpapiere, bevor quittiert wird; für verdeckte Schäden bleibt danach nur wenig Zeit, bei Bahn, Spedition und Straße in der Regel einige Tage, bei Post und Paketdiensten deutlich weniger. Unser Bogen für Warentransportschäden nennt beide Fristen und fragt den Transportweg ab, damit Sie sich nicht auf die falsche verlassen. Davon zu unterscheiden ist die Verjährung: Ansprüche aus einer Beförderung verjähren nach § 439 des Handelsgesetzbuchs in einem Jahr, bei Vorsatz oder gleichstehendem Verschulden in drei; gerechnet wird ab dem Tag der Ablieferung.
Was ist eine Autoinhaltversicherung?
So heißt die Deckung für das, was im eigenen Fahrzeug mitfährt: Waren, Werkzeug und Material. Die Kaskoversicherung schützt das Fahrzeug selbst, nicht seine Ladung. Welche Werte gelten und was über Nacht abgestellt ist, klären wir vorab.
Was ist der Unterschied zur Verkehrshaftungsversicherung?
Die Verkehrshaftungsversicherung schützt den Frachtführer oder Spediteur gegen seine eigene, gesetzlich begrenzte Haftung. Die Warenversicherung schützt den Eigentümer der Ware zum vollen Wert. Die Branche weist beides getrennt aus: 2024 entfielen auf die Warenversicherung 706 Millionen Euro Beiträge, auf die Verkehrshaftung 317 Millionen.
Ich fahre meine Ware selbst, brauche ich das trotzdem?
Gerade dann. Im Werkverkehr gibt es keinen fremden Frachtführer, gegen den sich ein Anspruch richten ließe, und eine Haftung gegen sich selbst gibt es nicht. Ohne eigene Warendeckung bleibt der Schaden vollständig im Betrieb.
Was ist die große Haverei, und betrifft mich das?
Bei einem Seetransport tragen alle Ladungsbeteiligten anteilig die Kosten von Rettungsmaßnahmen, nach dem Wert von Schiff und Ladung. Nach der Havarie im Suezkanal 2021 forderte Ägypten zunächst 916 Millionen US-Dollar; deutsche Warenkunden mussten Sicherheiten leisten, bevor sie ihre Ware erhielten. Die Musterbedingungen der Warenversicherung übernehmen genau diesen Beitrag.
Wie real ist Ladungsdiebstahl?
Sehr. Eine gemeinsame Berechnung mehrerer Wirtschaftsverbände unter Beteiligung des Versichererverbandes kam auf jährlich 1,3 Milliarden Euro gestohlener Ware und 900 Millionen Euro Folgeschäden, bei rund 26.000 betroffenen Lastwagen, statistisch alle 20 Minuten einer. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2018 und sind die jüngste belastbare Gesamtrechnung; eine eigene Polizeistatistik gibt es nicht. Dazu kommt eine neuere Masche: Kriminelle geben sich mit gestohlenen Identitäten echter Speditionen als Frachtführer aus und verschwinden mit der Ladung. Die Transportversicherer zählten europaweit 266 solcher Fälle im Jahr 2024, im Schnitt rund 100.000 Euro Schaden je Ladung.

Finanzierung, Leasing und Mietkauf

Was unterscheidet Leasing vom Mietkauf?
Beim Leasing nutzen Sie das Objekt gegen eine monatliche Rate, das Eigentum bleibt beim Leasinggeber. Beim Mietkauf gehört Ihnen das Objekt, sobald die letzte Rate bezahlt ist.
Und die Ratenfinanzierung?
Das ist der klassische Ratenkredit mit fester Rate und fester Laufzeit. Das Objekt gehört Ihnen von Anfang an.
Wer versichert ein geleastes Objekt?
Das steht im Vertrag und hängt daran, wem es gehört. Wir sehen uns an, was Ihr Vertrag verlangt und was der Betrieb schon abgesichert hat.
Welche Voraussetzungen gibt es?
Banken und Leasinggeber setzen in der Regel voraus, dass keine negativen Bonitätsmerkmale bei der Schufa oder anderen Auskunfteien vorliegen. Welche Unterlagen darüber hinaus gebraucht werden, hängt am Vorhaben und am Anbieter.
An wen wende ich mich?
An unser Team. Rufen Sie an oder schreiben Sie uns, wir melden uns bei Ihnen.

Bürgschafts- und Kautionsversicherung

Ist das ein Kredit?
Nein, es ist eine Sicherheitenstellung. Ihre Kreditlinie bleibt für anderes frei. Wird eine Bürgschaft berechtigt gezogen, zahlt der Versicherer an den Auftraggeber und holt sich den Betrag vom Betrieb zurück.
Welche Bürgschaften sind üblich?
Häufig die Vertragserfüllungsbürgschaft für die Bauzeit, die Gewährleistungs- oder Mängelansprüchebürgschaft nach der Abnahme, die Anzahlungsbürgschaft und am Bau die Bauhandwerkersicherung. Wir richten den Rahmen passend ein.
Wie hoch dürfen die Sicherheiten sein?
Bei öffentlichen Bauaufträgen steht es in der Vergabeordnung: Die Sicherheit für die Vertragserfüllung soll fünf Prozent der Auftragssumme nicht überschreiten, die für Mängelansprüche drei Prozent der Abrechnungssumme (§ 9c Abs. 2 VOB/A). Achten Sie auf die verschiedenen Bezugsgrößen. Außerhalb davon gilt der Vertrag, aber es gibt Grenzen: Eine Gewährleistungssicherung von sieben Prozent in vorformulierten Bedingungen des Auftraggebers hat der Bundesgerichtshof als unangemessen verworfen (Urteil vom 01.10.2014, VII ZR 164/12), eine Vertragserfüllungsbürgschaft über zehn Prozent dagegen nicht beanstandet.
Wann bekommen wir die Bürgschaft zurück?
Sobald der Sicherungszweck entfällt. Nach der VOB/B ist die Sicherheit für Mängelansprüche in der Regel nach zwei Jahren zurückzugeben, wenn nichts anderes vereinbart ist; die Vertragserfüllungssicherheit nach der Abnahme. Sind die gesicherten Mängelansprüche verjährt, muss der Auftraggeber die Bürgschaftsurkunde herausgeben, und bloß erhobene, inzwischen verjährte Mängelrügen halten sie nicht (BGH, Urteil vom 09.07.2015, VII ZR 5/15). Klauseln, die die Rückgabe unangemessen hinauszögern, sind unwirksam.
Müssen wir eine Bürgschaft auf erstes Anfordern stellen?
Nein. Im VOB/B-Bauvertrag darf der Auftraggeber sie nicht verlangen, und in vorformulierten Vertragsbedingungen ist die Verpflichtung dazu unwirksam, ausdrücklich auch zwischen Unternehmen (BGH, Urteil vom 18.04.2002, VII ZR 192/01). Das Argument, unter Kaufleuten sei das zulässig, trägt also nicht. Fällt eine solche Klausel weg, wird sie auch nicht in eine einfache Bürgschaft umgedeutet; dann gilt das Gesetz.
Was ist der Vorteil gegenüber der Bankbürgschaft?
Mehrere Avale laufen über einen gemeinsamen Rahmen, die Kreditlinie bei der Bank bleibt für Investitionen frei, und oft sind keine zusätzlichen Sicherheiten nötig. Die Konditionen vergleichen wir im Einzelfall.
Können wir selbst Sicherheit vom Auftraggeber verlangen?
Ja, am Bau. Nach § 650f BGB können Sie für die noch nicht gezahlte Vergütung Sicherheit verlangen, einschließlich zehn Prozent für Nebenforderungen, woraus sich die geläufige Rechnung mit 110 Prozent ergibt. Die üblichen Kosten dieser Sicherheit erstatten Sie dem Besteller, höchstens zwei Prozent für das Jahr. Verweigert er die Sicherheit, können Sie kündigen und behalten fünf Prozent der Vergütung für den nicht erbrachten Teil.
Wie schnell steht eine Bürgschaft bereit?
Nach Einrichtung des Rahmens meist kurzfristig. Die Einrichtung selbst setzt eine Bonitätsprüfung voraus; wir kümmern uns um die Schritte.
Wie verbreitet ist die Kautionsversicherung?
Sehr: Die deutschen Kreditversicherer trugen zuletzt rund 98 Milliarden Euro an Bürgschaften und Garantien (nach Zahlen des GDV, Stand 2025). Für Auftraggeber ist eine Versicherungsbürgschaft deshalb ein gewohntes Papier.

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