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Wissen

Vorsorge verständlich erklärt

Vierundzwanzig Fachwörter aus Altersvorsorge und Altersvorsorgedepot, in Alltagssprache erklärt. Die Überschriften sind Fragen, die Menschen tatsächlich stellen; wo sich keine belegen liess, steht eine sachliche Zeile.

Alle Begriffe von A bis Z

Die Einträge stehen darunter nicht alphabetisch, sondern in der Reihenfolge, in der die Fragen entstehen: erst die Förderung, dann die Steuer, dann Anlage und Kosten, dann die Auszahlung, zuletzt die Wege. Wer ein bestimmtes Wort sucht, nimmt dieses Verzeichnis; wer sich einlesen will, liest von oben.

Förderung

Grundzulage

Wie genau funktioniert die neue steuerliche Förderung?

Für die ersten 360 Euro, die Sie im Jahr selbst einzahlen, legt der Staat 50 Cent je Euro dazu. Für jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro sind es 25 Cent. Mehr als 540 Euro Grundzulage im Jahr gibt es nicht; die volle Grundzulage erreichen Sie also ab 1.800 Euro Eigenbeitrag.

Eigenbeitrag

Gibt es einen Maximalbetrag, den ich auf meinen Vertrag einzahlen kann?

Der Eigenbeitrag ist das Geld, das Sie selbst einzahlen, ohne die Zulagen des Staates. Gefördert wird er bis 1.800 Euro im Jahr, einzahlen dürfen Sie bis zu 6.840 Euro. Nur Ihr Eigenbeitrag entscheidet über die Höhe der Zulage.

Kinderzulage

Wie hoch ist die Kinderzulage?

Je Kind legt der Staat einen Euro auf jeden Euro Eigenbeitrag drauf, höchstens 300 Euro je Kind und Jahr. Die Kinderzulage hängt am Kindergeld: Sie läuft, solange für das Kind Kindergeld festgesetzt wird. Das ist in der Regel bis zum 18. Geburtstag, bei einer Ausbildung bis zum 25.

Berufseinsteiger-Bonus

Gibt es auch Anreize für junge Menschen, für ihr Alter privat vorzusorgen?

Wer zu Beginn des Beitragsjahres noch keine 25 Jahre alt ist, bekommt einmalig 200 Euro zusätzlich zur Grundzulage. Es zählt das Alter am Jahresanfang, nicht der Tag des Vertragsabschlusses. Der Bonus fließt einmal und wiederholt sich nicht.

zulageberechtigt

Bin ich förderberechtigt?

Zulageberechtigt sind die Personen, für die der Staat die Förderung zahlt. Offen für fast alle, die arbeiten: für Angestellte, Beamte und ab 2027 erstmals auch für Selbstständige und Freiberufler. Wer nicht selbst dazugehört, kann oft über den Ehepartner gefördert werden. Ob das bei Ihnen zutrifft, sehen wir gemeinsam an.

Förderquote

Förderquote: wie viel Zulage je Euro Eigenbeitrag

Die Förderquote sagt, wie viele Cent Zulage Sie in diesem Jahr je Euro Eigenbeitrag bekommen. Bis 360 Euro im Jahr sind das 50 Prozent, danach sinkt die Quote, weil jeder weitere Euro nur noch 25 Cent bringt. Nicht zu verwechseln mit dem Anteil der Förderung am Endergebnis: Der misst, wie viel vom gesamten angesparten Kapital aus Förderung stammt.

Steuer

Jede Aussage in diesem Abschnitt beschreibt die Regel, nicht Ihren Fall. Ihr Einkommen, Ihr Familienstand und Ihre Veranlagung entscheiden, wie sich die Regel bei Ihnen auswirkt. Wir erklären Ihnen die Regel; was sie bei Ihnen ausmacht, beziffert Ihre Steuerberatung.

Grenzsteuersatz

Was ist der Grenzsteuersatz?

Das ist der Steuersatz auf den zuletzt verdienten Euro, nicht der Satz auf Ihr gesamtes Einkommen. Er ist deshalb höher als der Durchschnittssatz und entscheidet darüber, wie viel ein Steuervorteil wert ist. Der Rechner schätzt ihn über den Einkommensteuertarif 2025 für eine einzeln veranlagte Person; Ihr tatsächlicher Satz kann abweichen.

zu versteuerndes Einkommen

Zu versteuerndes Einkommen: Was ist das?

Das ist nicht Ihr Bruttolohn, sondern der Betrag, der nach allen Abzügen am Ende der Steuererklärung übrig bleibt und auf den die Steuer berechnet wird. Er steht in Ihrem letzten Steuerbescheid. Der Rechner braucht ihn nur, um den Steuervorteil zu schätzen; ohne Angabe zeigt er die Zulagen trotzdem.

nachgelagerte Besteuerung

Was heißt nachgelagerte Besteuerung?

In der Ansparphase wächst Ihr Depot ohne laufende Steuer; besteuert wird erst, was im Alter ausgezahlt wird. Genau das heißt nachgelagerte Besteuerung. Welcher Steuersatz dann gilt, weiß heute niemand, deshalb rechnet der Rechner mit einer Annahme, die Sie ändern können.

Ertragsanteil

Was ist der Ertragsanteil?

Wenn Sie eine lebenslange Rente aus Geld beziehen, das Sie schon versteuert eingezahlt haben, ist nur ein Teil der Rente steuerpflichtig. Dieser Anteil hängt allein davon ab, wie alt Sie bei Rentenbeginn sind: bei 65 sind es 18 Prozent, bei 67 noch 17, bei 70 noch 15. Wichtig, damit die Zahl nicht zu gut aussieht: Der Ertragsanteil bezieht sich auf die gesamte Rentenzahlung, nicht nur auf die Erträge. Bei einem ertragsschwachen Verlauf kann er deshalb höher liegen als der Ertrag selbst.

Abgeltungsteuer, Teilfreistellung

Abgeltungsteuer und Teilfreistellung im Vergleich mit einem Sparplan ohne Förderung

Auf Erträge aus einer gewöhnlichen Geldanlage fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Erträge davon frei, das ist die Teilfreistellung. Der Rechner nutzt beides nur für den Vergleich mit einem Sparplan ohne Förderung, und zwar als Näherung ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Anlage, Rendite und Kosten

Effektivkosten

Was sind Effektivkosten?

Das ist die Kennzahl dafür, um wie viel Prozentpunkte die Kosten eines Vertrags Ihre Rendite jedes Jahr senken. Zwei Verträge mit derselben Anlage können dadurch nach Jahrzehnten weit auseinanderliegen. Beim gesetzlichen Standardprodukt sind sie auf 1,0 Prozent im Jahr begrenzt.

Bruttorendite, Nettorendite

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettorendite?

Die Bruttorendite ist der Ertrag vor Kosten, die Nettorendite der Ertrag, der nach Abzug der Kosten für Sie übrig bleibt. Der Rechner lässt Sie die Bruttorendite wählen und zieht die Effektivkosten davon ab.

Zinseszins

Wie entsteht der Zinseszinseffekt?

Erträge, die im Depot bleiben, werfen im nächsten Jahr selbst wieder Erträge ab. Über Jahrzehnte wächst dadurch der Anteil der Erträge am Ergebnis stärker als die Einzahlungen. Deshalb wirkt jedes Jahr, das Sie früher beginnen, stärker als jedes Jahr am Ende.

ETF

Was ist ein ETF?

Ein ETF ist ein Fonds, der einen Index nachbildet, statt einzelne Werte auszuwählen. Er ist deshalb meist günstiger als ein aktiv verwalteter Fonds und streut über viele Unternehmen. Kursschwankungen und Verluste bleiben möglich.

Beitragsgarantie

Gibt es beim Altersvorsorgedepot noch Garantien?

Beim Altersvorsorgedepot sichert niemand zu, dass am Ende mindestens Ihre Einzahlungen wieder da sind. Der Gesetzgeber verzichtet darauf bewusst, weil eine Garantie Renditechancen kostet. Dafür schwankt der Wert unterwegs stärker, und Verluste sind möglich. Wer Sicherheit möchte, kann statt des Depots ein gefördertes Garantieprodukt wählen: Dort stehen zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens 100 Prozent Ihrer Beiträge zur Verfügung oder, je nach Vereinbarung, mindestens 80 Prozent. Bei 80 Prozent tragen Sie einen Teil des Risikos selbst; dafür darf der Anbieter chancenreicher anlegen.

Auszahlung

Auszahlungsphase

Wie ist die Auszahlungsphase im neuen System?

Die Auszahlung beginnt frühestens mit 65 und muss spätestens mit 70 Jahren starten. Zu Beginn können Sie sich bis zu 30 Prozent des Kapitals auf einmal auszahlen lassen. Für den Rest wählen Sie zwischen einem Auszahlplan, der nicht vor dem 85. Lebensjahr enden darf, und einer lebenslangen Rente.

Auszahlplan, Entnahmeplan

Wie funktioniert ein Auszahlplan?

Das Kapital wird in Raten über einen festgelegten Zeitraum ausgezahlt, anders als bei der lebenslangen Rente, die bis zum Lebensende läuft. Auszahlplan, Auszahlungsplan und Entnahmeplan meinen dabei dasselbe.

Rentenfaktor

Was ist der Rentenfaktor?

Er sagt, wie viel monatliche Rente Sie später je 10.000 Euro angespartem Kapital bekommen. Er entscheidet damit stärker über Ihre spätere Rente als die Prognosezahl im Angebot. Ob er garantiert ist, unterscheidet sich je Tarif.

Regelaltersgrenze

Wann kann ich in Rente gehen?

Für das Altersvorsorgedepot gilt eine eigene Regel: Die Auszahlung beginnt frühestens mit 65 und muss spätestens mit 70 starten. Davon getrennt ist die Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rente; der Rechner benutzt dafür 67 als Voreinstellung, änderbar unter „Erweitert“.

Wege und Schichten

Entgeltumwandlung

Wie funktioniert die Gehaltsumwandlung?

Dabei wandeln Sie einen Teil Ihres Bruttolohns in eine Betriebsrente um; dafür stehen die Wörter Gehaltsumwandlung und Entgeltumwandlung nebeneinander. Jede und jeder Beschäftigte hat darauf einen Anspruch. Bei Entgeltumwandlung über Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds gibt es einen Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent des umgewandelten Beitrags.

Durchführungsweg

Durchführungsweg: die Form, in der der Betrieb die Vorsorge organisiert

Üblich sind Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds und Unterstützungskasse. Sie unterscheiden sich vor allem im Verwaltungsaufwand und in der steuerlichen Behandlung; welcher passt, hängt am Betrieb.

Basisrente

Was ist eine Basisrente?

Eine lebenslange Rente, deren Beiträge heute die Steuer senken. Dafür ist sie in der Verwendung eng: kein Kapitalwahlrecht, keine Beleihung, keine freie Vererbung. Später wird die Rente besteuert, bei einem Rentenbeginn 2026 zu 84 Prozent.

drei Schichten

Was ist das 3-Schichten-Modell der Altersvorsorge?

Die Altersvorsorge ruht auf drei Pfeilern: der gesetzlichen Rente, der Vorsorge über den Arbeitgeber und der eigenen privaten Vorsorge. Jede wird anders gefördert und anders besteuert. Welche Mischung passt, hängt an Einkommen, Beschäftigung und Familiensituation.

Ein Hinweis zu diesen Erklärungen

Die Erklärungen auf dieser Seite fassen zusammen, was allgemein gilt. Sie ersetzen kein Gespräch über Ihre Unterlagen, denn worauf es bei Ihnen ankommt, zeigt sich meist erst dort.

Steuerliche Aussagen beschreiben die Regel und nicht Ihren Fall. Ihr Einkommen, Ihr Familienstand und Ihre Veranlagung entscheiden, wie sich die Regel bei Ihnen auswirkt. Wir erklären Ihnen die Regel; was sie bei Ihnen ausmacht, beziffert Ihre Steuerberatung.

Ein Wort fehlt Ihnen hier?

Schreiben Sie uns, welcher Begriff Ihnen im Weg steht. Unser Team erklärt ihn und zeigt Ihnen, was er für Ihre Vorsorge bedeutet. Kostenlos und unverbindlich. Wie sich ein Begriff steuerlich bei Ihnen auswirkt, richtet sich nach Einkommen, Familienstand und Veranlagung; das beziffert Ihre Steuerberatung.